Vorschaublog: Sandhausen abhaken, nach vorne schauen – und mit Mut agieren

So, damit das jetzt mal klar gesagt ist: Sebastian Kerk, Jaques Zoua und vor allem Ewerton trainieren seit Dienstag mit der Mannschaft. Zumindest teilweise. Ob sie für Samstag gegen den VfB Stuttgart Optionen darstellen, entscheidet FCK-Trainer Tayfun Korkut nach den abschließenden Trainingseinheiten. Mit einer Nominierung in der Startelf ist allerdings nicht unbedingt zu rechnen: „Es kann noch etwas dauern, bis wir sie voll belasten können“, ergänzt der Coach. Mensur Mujdza (Reizung am Knie), Kacper Przybylko (Nachwehen einer Mittelfuß-Operation) und Christoph Moritz (Gesäßmuskelverletzung) schinden sich dagegen weiter in der Reha.

Weshalb das mal klar gesagt werden musste? Weil es vor allem um Ewerton in den vergangenen Tagen heftig rumorte. Es hieß, die Leihgabe aus Lissabon, die bereits bei ihrem Heimatklub verletzungsbedingt keine vernünftige Vorbereitung bestritt, hätte sich erneut einen Muskelfaserriss zugezogen. Ist also nichts dran.

WAHNSINN: 43.000 ZUSCHAUER KOMMEN – MINDESTENS

Und noch eine gute Nachricht:  Für Samstag sind bereits 43000 Tickets abgesetzt. Der Betzenberg wird also proppenvoll sein. Damit hat Stadionsprecher Horst Schömbs mit seiner optimistischen Einschätzung, die er im Gespräch mit dem Blogwart äußerte, also recht behalten. Die Fans haben ihren FCK noch lange nicht aufgegeben, auch nach den jüngsten Enttäuschungen nicht, auch nicht nach dem Sturz auf Tabellenrang 18 der Zweiten Liga.

„Wo wir in der Tabelle stehen, das ist grundsätzlich erst mal egal“, sagt auch der Trainer. „Wir wollen mit Vollgas und Mut auftreten, die vielen Menschen auf unsere Seite bringen.“ Der Gegner sei die „Kategorie Hannover“, ein Bundesligaabsteiger mit vielen Spielern, die Erfahrung aus Liga eins mitbringen. „Diese individuelle Qualität müssen wir stoppen“. Das bedeute: „Sich nicht auf Einzelduelle einlassen, die Mannschaft muss sich gegenseitig absichern, helfen.“ Kurz: „Die Spiel in Sandhausen gutmachen.“ Auf der Aufarbeitung der 0:2-Schlappe, „die wir so nicht akzeptieren können“, habe auch das Hauptaugenmerk in dieser Woche gelegen. „Aber dann muss man das auch abhaken. Jetzt müssen wir wieder nach vorn schauen, versuchen, zu agieren.“

OHNE WEIS, DAFÜR POLLERSBECK – UND MWENE, DENN DER BETZE BRAUCHT IHN

Nicht mit dabei sein wird auch André Weis. Der Keeper ist nach seinem Platzverweis in Sandhausen für zwei Spiele gesperrt. Für ihn rückt der 22-jährige Julian Pollersbeck zwischen die Pfosten, der am vergangenen Sonntag erst sein Debüt in der Zweiten Liga gab. „Es gibt Tage, an denen junge Torhüter ins kalte Wasser geschmissen werden und sich frei schwimmen müssen“, erklärt der Coach. „Julian genießt unser vollstes Vertrauen. Wenn wir als Mannschaft gut auftreten, wird auch der junge Torhüter das Spiel gut durchspielen.“

Zuletzt immer wieder in die Kritik geraten ist Philipp Mwene, als Rechtsverteidiger Nachfolger von Jean Zimmer, der am Samstag im Trikot des VfB Stuttgart auflaufen wird. Korkut ist nach wie vor fest überzeugt von seinem Schützling, zu dem er ein besonderes Verhältnis hat. „Ich habe ihn schon als U19-Coach des VfB Stuttgart trainiert. Mit seiner Bereitschaft, immer alles zu geben, und seiner Leidenschaft passt er einfach zum FCK. Klar ist er in seinen Leistungen noch schwankend, wie alle jungen Spieler, die aus der Dritten Liga kommen. Sie müssen sich erst an Tempo und Zweikämpfhärte der Zweiten Liga gewöhnen und Stabilität gewinnen.“ Charakteristisch sei gewesen, wie couragiert Mwene nach dem desaströsen Spiel in Halle anschließend zuhause gegen Düsseldorf auftrat: „Das sind Momente, die für mich wichtig sind. Solche Spieler braucht der Betzenberg.“

„DIE VIDEOMITSCHNITTE KÖNNEN WIR NUN IN DIE TONNE KLOPPEN“

Nicht weiter kommentieren wollte Tayfun Korkut die Vorgänge in Stuttgart. Trainer Jos Luhukay hatte rund eine Stunde vor Beginn der Pressekonferenz in Kaiserslautern sein Amt niedergelegt. Für die Vorbereitung aufs Samstagspiel bedeute das, „dass wir unsere  Analysen und Videomitschnitte nun in die Tonne kloppen können, denn wir wissen nicht, ob die Stuttgarter nun noch einmal mit der gleichen Idee auftreten.“ Wichtig sei, dass er einige Spieler in seinen Reihen wisse, die auch während des Spieles schnell und flexibel ihre Positionen ändern könnten – „denn darauf wird es nun vielleicht ankommen.“

Mittlerweile steht auch fest, wer am Samstag auf der Stuttgarter Bank sitzen wird: Co-Trainer Olaf Janßen fungiert bis auf Weiteres als Interimscoaoch. Der 49-jährige war auch schon mal für 28 Spiele Chefcoach in Dresden – und hat in dieser Zeit auch den FCK geschlagen: 3:2, im November 2013.

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