Vorschaublog: „Wenn man ängstlich ist, sieht’s aus, als ob man nicht will“

Nein, so Fragen, wie sie der Kollege Wasserziehr am Samstag auf „sky“ dem armen Herrn Labbadia gestellt hat, werden in PK’s am Betzenberg nicht gestellt. Oder nur ganz selten. Von wegen: „Glauben Sie, dass es eine Diskussion geben könnte zu Ihrer Person?“ Also im Klartext: „Spüren Sie schon, wie Ihr Stuhl wackelt?“

Was soll ein Fußballtrainer, bei dem es gerade alles andere als rund läuft, darauf denn eigentlich antworten? „An solchen Spekulationen beteilige ich mich nicht“, wenn er cool ist, oder auch: „Das müssen Sie den Vorstand fragen.“ Erkenntnisgewinn bringen solche Antworten zwar null, aber der Reporter hat, wie Patrick Wasserziehr es ausdrücken würde, dann halt „seinen Job gemacht.“ Der mit heißem italienischen Blut ausgestattete Bruno Labdadia freilich mochte am Samstag nicht zum Handbuch für Standardantworten auf Standardfragen greifen, reagierte unwirsch und lieferte den Medien so die kuriose Randgeschichte vom Wochenende. Na ja.

ULTIMATUM? BEI STÖVER EHER UNWAHRSCHEINLICH

Und in Lautern? In der „Sport 1“-Sendung „Hattrick“ wollten sie am Sonntagabend was von einem Ultimatum gehört haben: Wenn  Trainer Tayfun  Korkut in den beiden noch verbleibenden Spielen dieser englischen Woche keine vier Punkte hole, wäre er weg… Unmöglich ist beim aktuellen Tabellenletzten der Zweiten Liga sicher nie etwas, aber gegen dieses Gerücht spricht vor allem eines, beziehungsweise einer: Sportdirektor Uwe Stöver.

Zum einen, weil er zur Personalie Korkut zwischenzeitlich in der „Rheinpfalz“ verlauten ließ: „Ich kann ihm nichts vorwerfen. Seine Arbeit ist erst dann wirklich zu beurteilen, wenn alle Spieler einsatzfähig sind.“ Zum anderen, weil er der Uwe Stöver ist, der an früheren Arbeitsstellen auch die eigene Entlassung in Kauf genommen hat, statt dem Rausschmiss eines Trainers zuzustimmen, den er selbst verpflichtet hat. Sicher greifen auch am Betzenberg irgendwann einmal die viel zu sehr strapazierten  „Mechanismen des Geschäfts“, in der Ära Stöver dürfte dies aber tendenziell eher später als früher der Fall sein, und zwar viel später.

HALFAR WOHL NICHT, EWERTON UND KERK VIELLEICHT, ZOUA SICHER

Also weg jetzt mit Ultimatumsspekulatius, zu den Fakten: Für Daniel Halfar, der am Samstag gegen Stuttgart mit einer Muskelverletzung vom Platz musste, sieht es fürs Mittwochsspiel gegen Dynamo Dresden (17.30 Uhr) nicht gut aus, letzte Aufschlüsse werden sich aber erst am morgigen Dienstag ergeben. Ob Sebastian Kerk und der Brasilianer Ewerton ihre ersten Einsätze auf dem Betzenberg erleben, ließ der Trainer erwartungsgemäß offen, bestätigte aber, dass sie  „in der Endphase“ seien, was das Aufholen von Trainingsrückständen nach Verletzungen angeht.

Mit dem ebenfalls wiedergenesenen Jacques Zoua, der gegen Stuttgart nach knapp 60 Minuten eingewechselt wurde, war der Coach zufrieden. „Das hat er gut gemacht und er hatte gestern auch keine Beschwerden. Er ist eine Option fürs nächste Heimspiel.“ Vielleicht sogar in der Startelf, erst recht, wenn Korkut an einem System mit zwei Stürmern festhält.

RING: „SPIELE NIE MIT ANGEZOGENER HANDBREMSE“

Alexander Ring bescheinigte der Trainer, gegen Stuttgart seine bislang beste Saisonleistung gebracht zu haben, auf der er nun weiter aufbauen müsse: „Das ist von nun an das Minimum, das wir erwarten.“ Der Finne selbst war wieder mal zur PK gekommen, nachdem er zuletzt eher distanzierten Umgang mit der Presse pflegte. Er fühlte sich des öfteren falsch bewertet, dabei könne doch „keiner, der mich in den vergangenen Jahren hier gesehen hat, behaupten, dass ich mit angezogener Handbremse spiele.“ Von ihm allerdings zu erwarten, dass er wieder in einer Halbserie sechs Tore schieße, wie es ihm unter Trainer Kosta Runjaic mal glückte, sei falsch, dafür sei er nicht der Typ, und das sei nun einmal eine Ausnahme gewesen: „Ich habe schon seit der D-Jugend nie mehr als zwei Tore pro Saison geschossen.“

„Wir werden nicht nachlassen“, verspricht Tayfun Korkut. „Wir müssen uns weiter die Momente erarbeiten, den Weg zum Tor finden“. Wichtig wäre es eben, mal in Führung zu gehen, um Auftrieb zu bekommen… „Wenn man ängstlich ist, sieht es so aus, als ob man nicht will“, hat er festgestellt. Dass seine Jungs wollen, daran hat er jedoch keinen Zweifel.

Gegner Dresden sei ein Beispiel für die „unheimlichen Schwankungen“, die gegenwärtig in der Zweiten Liga zu beobachten seien. Die stark gestarteten Sachsen verloren am Sonntag gegen Aue recht deutlich mit 0:3. „Das hat gezeigt, dass man auch in psychologisch guten Momenten ein Spiel verlieren kann.“ Wenn für diesen Satz auch der Umkehrschluss gilt, darf sich Lauterns Anhang für den Mittwoch ja berechtigte Hoffnungen machen.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s