Vorschaublog: Lächelt und seid froh, denn es kann nur schlimmer kommen

„Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen… Und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer.“ Der sinnige Spruch hängt in so manchem deutschen Büro. Ob er auch das Arbeitszimmer von FCK-Trainer Tayfun Korkut ziert, ist dem Blogwart nicht bekannt. Gut passen würde er, strahlt der Lautrer Coach doch ungebrochen Zuversicht aus, wenn er wie er vor jedem Pflichtspiel zur notorischen Pressekonferenz antritt.

Obwohl es von Mal zu Mal schlimmer wird, was die personelle Situation angeht. Wodurch sich wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass die sportliche sich bessert, nicht gerade erhöht. Erst recht nicht, wenn es zum aktuellen Tabellenführer Eintracht Braunschweig (Montag, 17. Oktober, 20.15 Uhr) geht.

Daniel Halfar und Mensur Mujdza fallen weiter aus, der langzeitverletzte Kacper Przybylko muss noch Rückstände aufholen. Osayamen Osawe ist bis Montag suspendiert, nach dem er sich vergangene Woche erst krankgeschrieben ließ, dann aber Pariser Nachtclubs unsicher machte. Marcel Gaus ist nach seiner gelbroten Karte gegen Bielefeld gesperrt.

HOFFNUNGSSCHIMMER: DIE GRIPPEWELLE IST BEREITS WIEDER ABGEEBBT

Als wäre das noch nicht genug, schlug unter der Woche auch noch die Grippe Wellen. Patrick Ziegler, Christoph Moritz und Robin Koch mussten mit dem Mannschaftstraining aussetzen, der angeschlagene Tim Heubach konnte zeitweise nur Laufeinheiten absolvieren, Julian Pollersbeck kehrte mit einer Beckenprellung von seiner Reise mit der U21-Nationalmannschaft zurück.

Immerhin konnten diese Spieler am Freitag wieder voll trainieren, so dass Tayfun Korkut zuversichtlich ist, dass bis Montag alle Blessuren und Infekte komplett auskuriert sind. Ob der angeschlagene Jaques Zoua in Braunschweig mit dabei sein kann, wird sich allerdings erst unmittelbar vor dem Spiel entscheiden. „Er hat am Freitag nur in Teilen mittrainiert“, so der Trainer.

ALTERNATIVEN FÜR ZOUA: GÖRTLER, GLATZEL – ODER EINE FALSCHE NEUN

Da lässt sich nun trefflich fabulieren, wie er seine Startelf formiert. Konkrete Hinweise darauf gibt er in die Spiele-PK bekanntlich kaum. Für Gaus wird wohl Naser Aliji auf die Linksverteidiger-Position zurückkehren, aber das ist auch schon die einfachste Lösung in diesem Rätsel.

Falls Zoua tatsächlich ausfällt, stehen vorne Lukas Görtler und Robert Glatzel zur Disposition. Glatzel, der erst am letzten Spieltag sein Zweitligadebüt gab, wird daher an diesem Wochenende nicht im U23-Team des FCK eingesetzt, für das er bislang in zehn Spielen acht Treffer erzielte. Auch der zuletzt verletzte Stürmer Sebastian Jacob befindet sich seit  Donnerstag wieder im Mannschaftstraining. Alternativ könnte sich Korkut an einem innovativen Konstrukt mit „falschen Neunern“ versuchen, für ein solches Experiment kämen Zoltan Stieber oder  Sebastian Kerk in Frage.

HINTEN: KOCH ODER VUCUR ODER EWERTON – ODER ALLE DREI?

Hinter der Abwehrformation stehen fast ebenso viele Fragezeichen. Einiges spricht dafür, dass der Brasilianer Ewerton zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den FCK kommt, auch wenn der Trainer lediglich bestätigt, dass er „auf jeden Fall im Kader sein wird“. Doch wenn er beginnt, wer sollte dann neben ihm auflaufen? Der hochgelobte Debütant Robin Koch? Damit würden zwei Innenverteidiger antreten, die zusammen genommen auf exakt ein Spiel Erfahrung in die Zweiten Liga zurückblicken – und das gegen den Tabellenführer, der in dieser Saison zuhause noch keinen Punkt abgegeben hat.

Wahrscheinlicher ist, dass Stipe Vucur ins Team zurückkehrt, der zuletzt gegen Bielefeld nicht einmal auf der Bank saß, aber zu den wenigen gehört, die derzeit nicht von Krankheit oder Blessur geplagt sind. Beim Freundschaftsspiel in Großaspach vergangene Woche (1:2) experimentierte Korkut zeitweise auch mit einer Dreierkette Koch-Vucur-Ewerton – ebenfalls eine Option gegen die Braunschweiger, die in der Regel mit zwei Spitzen agieren.

„NOCH IST ALLES DICHT BEISAMMEN“

Die Variante wäre mutig, doch Mut ist es schließlich, was Tayfun Korkut von seinen Jungs zu allererst fordert. Die Tabellensituation – der FCK fährt als Tabellen-16. nach Niedersachen – jedenfalls stimmt ihn nach wie vor nicht mulmig: „Wir hinken zwar mit den Punkten hinterher, aber noch ist alles dicht beisammen.“ Außer Stuttgart und Hannover gäbe es in der Liga keine klaren Favoriten, „da kann jeder jeden schlagen.“

Selbst Braunschweig habe bislang nicht jedes seiner Spiele klar gewonnen, und von seiner Mannschaft wünscht er sich, dass sie sich, was die Defensivleistung angeht, an ihren Heimspielen orientiert. Auf dem Betzenberg hat der FCK in dieser Spielzeit immerhin schon drei Mal zu null gespielt.

Was sonst noch Mut macht?

Vielleicht die Erinnerung daran, dass der 1. FC Kaiserslautern einst als Erstligist immer dann am stärksten war, wenn er sich in der Rolle des Underdogs wähnen durfte. Dies ist nun zweifellos auch im Unterhaus der Fall.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s