Fanblog: Selbst in Drentwede drücken FCK-Fans die Daumen – und wollen den Knoten endlich platzen sehen

Lautern in Braunschweig – das wäre normalerweise ein Fall für die im Norden angesiedelten Fanclubs des FCK. Doch Peter Voss, Vorsitzender der „Roten Teufel Drentwede“, ist am morgigen Montagabend (20.15 Uhr) leider verhindert. Schade, denn er hätte vielleicht sein Mitglied Michael Lier mitbringen können, den Gemeindepfarrer aus dem benachbarten Diepholz. Mit seinem Segen wäre vielleicht was drin beim Tabellenführer. Doch Peter Voss hofft auch so, dass endlich „der Knoten platzt“.

Herr Voss, wie zum roten Teufel entsteht ein FCK-Fanclub soweit im Norden – in der 1000-Seelen-Gemeinde Drentwede in Niedersachsen?

Ich habe als Achtjähriger zum ersten Mal Fritz Walter spielen sehen. 1958 war das, in Kassel, in einem Vorbereitungsspiel der Deutschen Nationalmannschaft zur anstehenden WM in Schweden gegen die eigene B-Auswahl. Außer Fritz war da auch noch der Lautrer Horst Eckel dabei, Hans Schäfer war Kapitän. Daraus hat sich dann meine Begeisterung für den FCK entwickelt. Ende der 80er Jahre habe ich mir dann einen Traum erfüllt und bin das erste Mal auf dem Betzenberg gewesen. Und dann wollte ich eben bei mir zu Hause einen eigenen Fanclub gründen. Ich bin auch seit über 40 Jahren Vorsitzender des TSV Drentwede, von daher hatte ich klare Vorstellungen, wen ich da um mich scharen wollte. Okay, nicht alle sind lupenreine FCK-Fans, ein paar drücken auch dem HSV und Werder die Daumen.

Ihr habt es sogar 2015 noch geschafft, eure Mitgliederzahl zu erhöhen. 54 seid ihr nun, auch Michael Lier ist hinzugekommen, der Gemeindepfarrer von Diepholz – Gottes Segen kann der FCK ja nun wirklich gebrauchen. Wie ist das möglich?

Na ja, sportlich hat der FCK ja nicht gerade Reklame für uns gemacht. Ich denke, wir sind einfach eine starke, lustige Truppe, die sich auch sozial engagiert, auch so kann man Menschen begeistern, bei uns mitzumachen. In Kürze ist auch unsere Homepage wieder online. Einmal im Jahr spenden wir Geldbeträge für den Kindergarten und die Schule in unserem Ort, aber auch für die Fritz Walter-Schule in Kaiserslautern. Wir gehörten zu den ersten Fanclubs, die von der FCK-Initiative „Sozial aktiv“, damals noch unter Führung von Norbert Thines, ausgezeichnet wurde. Die 500 Euro, die wir in diesem Zug von Toto-Lotto-Rheinland-Pfalz erhalten haben, haben wir ebenfalls gleich an die Fritz Walter-Schule weitergegeben.

Wie oft besucht Ihr Heimspiele des FCK?

Ich hatte 15 oder 16 Jahre eine Dauerkarte, so bis vor zwei, drei Jahren. Diese Saison war ich nur zur Saisoneröffnung gegen Hannover dabei, dass ich dann nicht mehr kam, hatte allerdings ausschließlich gesundheitliche Gründe. Ab Ende Oktober, denke ich, bin ich wieder auf dem Betze. Ich nehme dann auch immer mal jemand aus dem Fanclub mit. So alle zwei, drei Jahre schaffen es wir auch, mal mit circa 20 Leuten anzureisen.

Wie verfolgt Ihr die Saison bislang?

Natürlich mit ein paar Tränen in den Augen. Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig skeptisch, dass wir noch da unten rauskommen.

Woran hängt’s aus Ihrer Sicht?

Am Geld natürlich. Der Verein macht tolle eine gute Jugendarbeit, muss die Spieler dann aber abgeben, wenn sie sich auf ein starkes Niveau entwickelt haben. Und Vereinstreue gibts ja nicht mehr, es zählt eben nur noch das Geld.

Und wie beurteilen Sie die Arbeit von Trainer und Sportdirektor?

Ach, das kann ich aus der Ferne nur schlecht beurteilen. Was sollen die beiden denn machen? Die können doch auch nur mit dem arbeiten, was sie zur Verfügung haben, und mit diesen finanziellen Mitteln ist wahrscheinlich nicht mehr zu holen.

Verfolgen Sie auch die Entwicklung bei Eintracht Braunschweig?

Nur in der Presse. Dass die Eintracht mit Torsten Lieberknecht von einem Pfälzer trainiert wird, weiß ich natürlich. Ich wär morgen Abend auch gern vor Ort, bin aber leider verhindert. Aber das erste Spiel der Rückrunde in Hannover, das ist schon fest eingeplant. Ist nur eine knappe Autostunde von hier.

Das heißt, Sie können auch keine Tipps geben, wie man die Eintracht schlägt?

Doch, kann ich. Einfach ein Tor mehr schießen.

Und wie ist Ihr Gefühl für morgen?

Irgendwann muss der Knoten ja mal platzen. Warum nicht morgen?

 

2 Gedanken zu “Fanblog: Selbst in Drentwede drücken FCK-Fans die Daumen – und wollen den Knoten endlich platzen sehen

  1. Dankeschön für deinen informativen und stets genüsslich zu lesenden Blog.

    Allerdings gibt es meines Wissens mindestens 3 Fanclubs, die nördlicher angesiedelt sind : Nordische Tresenteufel, Teufels Sprotten Kiel, Nordic Devils Hamburg.

    Beste Grüße

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    • Danke für den Hinweis. Nach einer leichten Änderung im ersten Satz ist der Beitrag nun hoffentlich korrekt. Hoffentlich markiert unsere Hintermannschaft morgen genauso aufmerksam, wie Ben liest.

      Gruß,
      Eric

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