Kohlis Arschkarte: Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo der Ciri her

Natürlich denkt auch ein Kohli lieber zwei Mal nach, ehe er einen Ciriaco Sforza in die Pfanne haut. Aber ist es denn abwegig argzuwöhnen, der Schwyzer könnte sich für das Interview bei Sky Sport News, das derzeit durchs Netz rauscht, gezielt angeboten haben, um sich für den Trainerjob beim FCK ins Gespräch zu bringen?

Ohne Frage hat er viel getan für Kohlis Herzensverein, ist nicht nur, aber vor allem Dreh- und Angelpunkt in Otto Rehhagels Meisterteam von 1998 gewesen. Aber es darf, es muss doch mal hinterfragt werden: Wie kommt Sky Sport News eigentlich dazu, ausgerechnet ihn gerade jetzt zur aktuellen Krise beim 1. FC Kaiserslautern zu befragen? Den derzeit arbeitslosen Trainer, der dann im Lauf des Interviews auch prompt einräumt, er könne wohl nicht Nein sagen, so er denn gefragt würde? Gerade jetzt, wo der aktuelle Amtsinhaber Tayfun Korkut massiv in der Kritik steht?

Beim Sender anzufragen, würde nicht viel bringen. Das wäre eine redaktionelle Entscheidung gewesen, würden sie Kohli erklären, und dass ein verdienter Spieler, der in seiner Karriere gleich drei Mal beim 1. FC Kaiserslautern anheuerte und unbestritten jedes Mal Kopf der Mannschaft war, ein kompetenter Ansprechpartner sei, wenn über den Klub verhandelt werde, sei ja wohl keine Frage. Und da ließe sich auch schlecht dagegen halten.

Kohli erinnert sich aber: Der Ciri war schon immer einer, der es verstand, die Medien für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Eben, weil er so clever ist. Und es ist auch nichts dagegen zu sagen, sich dabei intelligenter anzustellen als es ein gewisses Peterle, das immer betont, niemals nie nicht mit einem Verein zu verhandeln, wenn der amtierende Kollege noch im Amt sei, dann aber, wenn’s mit dem Engagement nichts geworden ist, sofort medial die Keule schwingt, von wegen, man habe es ja schon bei ihm versucht, aber er habe ja gar nicht gewollt, drum sei ihm auch nicht abgesagt worden, er habe das von sich aus erledigt…

Ciri ist wegen eines möglichen Traineramts schon öfter vom FCK angebaggert worden, da gabs Einladungen von Seiten des Vereins in die „Krone“ zu Herxheim-Hayna, da war Ciri aber anderswo in Amt und Würden oder hatte attraktivere Optionen. Drum wurde da medial auch nichts ruchbar – nur hinterher gab’s über Sforzas Account auf Fratzenbuch ein Post an die lieben FCK-Fans, dass es „leider nicht gepasst“ habe.

Als er im September 2013 allerdings frei war, nachdem Stefan Kuntz Franco Foda entließ, und bei dem Landsmann Wilhelm Tells nach gescheiterten Trainerengagements in Luzern und Zürich die Interessenten offenbar nicht gerade Schlange standen, erschien sofort nach Fodas Entlassung eine Schlagzeile in der „Bild“: „Sforza: Ich bin bereit für Lautern“. Tags darauf, als klar war, dass er nicht auf Kuntz‘ Short List der Kandidaten stand, kam sofort der Nachtritt übers gleiche Medium: „Ich glaube, Kuntz will gar keinen starken Trainer.“ Dabei war gerade das, lieber Ciri, eher schwach.

Und wohl nicht nur Kohli erinnert sich noch an das legendäre Interview, das Ciri 1999 in der „Welt“ gab, und in dem er mit dem „Ottokratie“ genannten Führungsstils des Meistertrainers Rehhagel abrechnete: „Die Zeit von Befehl und Gehorsam ist vorbei“, lautete die Überschrift. Gemotzt wurde da unter anderem darüber, dass der FCK mit Youri Djorkaeff einen „zweiten Zehner“ verpflichtet hatte, der ihm anscheinend seine Position als Platzhirsch streitig machte. Führte vorübergehend zu seiner Suspendierung, wurde dann aber zurückgenommen, da Otto den Jungen auf dem Platz einfach zu gut gebrauchen konnte.

Interessant vielleicht: Das Interview in der „Welt“ führte seinerzeit eine Dame, die zuvor beim Schweizer „Blick“ gearbeitet hatte – und da unter anderem für die Sforza-Interviews zuständig war. FCK-Boss Atze Friedrich stellte nach der Lektüre denn auch prompt fest, dass dieses Interview offenbar nicht zwischen Tür und Angel gegeben, sondern von langer Hand vorbereitet war. Da hatte sich einer gezielt was von der Seele reden wollen.

Dass ein gewisser Kalle Rummenigge den gleichen Schweizer in seiner Bayern-Zeit mal als „Stinkstiefel“ bezeichnete, sei hier nur am Rande erwähnt. Aus dem Mund von Rolex-Kalle ist das ja eigentlich ein moralischer Ritterschlag.

Um die Frage, ob Ciri ein besserer Trainer als Korkut wäre, soll es hier ebenfalls nicht gehen. Und, wie gesagt: Es ist nicht verboten, die Medienklaviatur besser spielen zu können als andere. Aber gut finden muss es Kohli deswegen nicht, nicht in der aktuellen Situation seines FCK.

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