Extrablog: Szenenapplaus tut einfach gut – dann bleibt Philipp auch bis „Morsche“

Dunkler Teint, blonde Pudelfrisur, unwiderstehlicher Ösi-Akzent: Philipp Mwene verfügt über einige originelle Attribute, die hilfreich sind, um am Betzenberg Publikumsliebling zu worden. Bislang waren die Fans mit dem 22-jährigen jedoch noch nicht so richtig warm geworden. Ein paar Böcke hat der Liganeuling, der vom Drittliga-Absteiger VfB Stuttgart kam, ohne Frage auch geschossen, etwa bei der 3:4-Pokalpleite in Halle, als er den spielentscheidenden Elfmeter verursachte. Er hat aber auch manches Mal zu Unrecht Prügel eingesteckt – dass es Gegner manchmal zu einfach haben, auf seiner Abwehrseite zum Flanken zu kommen, liegt oft auch daran, dass ihm die Unterstützung eines Mitspielers fehlt. Immer besser zu sehen ist aber, dass er sich reinhaut, bereit ist zu lernen und sich weiter zu entwickeln – und exakt das sind ja die Typen, die in Lautern glücklich werden sollen. Im Heimspiel gegen den VfL Bochum gab’s zum ersten Mal Szenenapplaus für den Rechtsverteidiger, der aufgrund der Dauerverletzung von Neuzugang Mensur Mujdza ohnehin alternativlos ist.

Philipp, Mitte Hälfte eins gab’s zum ersten Mal Szenenapplaus für dich, seit du auf dem Betzenberg bist. Hast du den überhaupt mitbekommen?

Natürlich. Wir haben alle gespürt, die West hinter uns stand und das haben wir auch gebraucht. Und Szenenapplaus tut erst recht gut.

Weißt du auch noch, wofür du den bekommen hast?

Klar, das war nach dem einen Zweikampf, in dem ich nachgesetzt bin mich dann doch noch behauptet habe. Das war’s ja, was die Fans gefordert haben: Zweikämpfe annehmen, kämpfen, laufen, beißen. Ich glaube, das habe ich diesmal gut hinbekommen, das hat die Mannschaft gut hinbekommen. Das sieht man, was dabei dann herauskommen kann.

Ihr seid ja bislang wohl noch in kein Spiel gegangen mit dem Vorsatz, nicht zu kämpfen. Wieso hat es denn diesmal besser geklappt?

Ich denke, entscheidend war, dass wir uns diesmal nicht nur defensiv, sondern auch offensiv in den Zweikämpfen durchgesetzt haben. Das hat man vor allem beim Yamen gesehen, wie er zwei, drei Mal einfach durchgebrochen ist. Das brauchen wir ganz einfach von ihm, damit wir unsere Torchancen generieren können.

Ihr habt schon zwei Mal in dieser Saison Heimspiele mit guten Ansätzen abgeliefert, worauf der nächste Auftritt auswärts dann aber jedes Mal eine herbe Enttäuschung. Was macht dich zuversichtlich, dass das diesmal tatsächlich die Wende war?

Wir müssen jetzt erst einmal dieses Spiel analysieren und dann aufs nächste schauen. Wir dürfen jetzt nicht alles gleich wieder zu gut loben. Wir wissen, wo wir nach wie vor in der Tabelle stehen. Bochum war ein guter Schritt in die richtige Richtung, da müssen wir nun endlich einmal weitermachen.

Wie geht es in Österreichs U21 für dich weiter?

Wir spielen jetzt Playoffs gegen Spanien, am 11. und 15. November. Wenn wir uns da durchsetzen, fahren wir zur U21-EM, für die Deutschland ja schon qualifiziert ist. Natürlich wär da auch ich gerne dabei.

Wirst du lange genug in Kaiserslautern bleiben, um ein vernünftiges Pfälzisch zu lernen?

Das wird schwierig. Ich bin immer noch dabei, mir schwäbisch abzugewöhnen.

Kannst du wenigstens schon ein pfälzisches Wort?

„Morsche!“ Und das war’s auch schon.

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