Vorschaublog: „Wir wollen die maximale Punktzahl jagen“ – und vielleicht klappt’s ja auch mal nach einem ruhenden Ball

Zehn Tore hat der 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison bislang erzielt. Das ist immer noch der zweitschlechteste Wert in der Liga, auch nach zehn Punkten in den jüngsten vier Spielen. Nur der Tabellenletzte St. Pauli hat weniger getroffen (8 Mal), und nur der Gegner am kommenden Sonntag (13.30 Uhr), der Karlsruher SC, hat genauso wenig auf dem Konto. Woran es hängt? Ja, ja, ja – der berühmte „Knipser“ fehlt, aber das wissen wir seit Jahren. Woran noch?

Laut Deutschlands Fußballstatistik-Guru Roland Loy fallen 30 Prozent aller Tore nach so genannten „Standardsituationen“, also nach Freistößen und Ecken. Der Wert ist übrigens seit Jahren konstant, die oft gehörte Behauptung, Standards werden immer wichtiger, trifft zumindest laut Loy nicht zu. 30 Prozent also wären der Schnitt, den ein Profiteam anstreben sollte. Bei zehn aus dem Spiel heraus erzielten Treffern hätten die Pfälzer also mindestens weitere drei nach Standards machen müssen. Und wie viele haben sie auf dem Konto ? Moment, mal nachschauen…

Ah, ja: Es waren exakt… null. In Zahlen: 0.

„Es stimmt, wir waren da bislang noch nicht so effektiv“, räumt Chefcoach Tayfun Korkut ein. „Aber wir waren schon ein paar Mal nah dran. Wir müssen weiter daran arbeiten, an allem, vieles immer wieder wiederholen, nicht nachlassen. Es ist eine ständige Entwicklung, nicht nur bei den Standards, sondern auch generell.“ Denn: „Viele Mannschaften gewinnen ihre Spiele durch Standards.“

WAS MIT STANDARDS MÖGLICH IST, HAT DARMSTADT GEZEIGT

In der Tat, und manche, die den 30-Prozent-Durchschnittswert für sich sogar noch anzuheben vermögen, sind zu Erfolgen fähig, die ihnen aufgrund ihres spielerischen Vermögens kaum zuzutrauen wären. Der SV Darmstadt beispielsweise ist in der Saison 2014/15 dank seiner überragenden Standards aufgestiegen. Von ihren 44 Treffern erzielten die Lilien seinerzeit 17 – also über 38 Prozent – nach ruhenden Bällen. Allein zwölf nach Eckbällen.

Der FCK muss da erst mal bei eins anfangen, und Tayfun Korkut hätte nichts dagegen, wenn es am Sonntag soweit wäre. „Vielleicht wird dieses Spiel ja mal durch einen Standard entschieden – hoffentlich für uns.“ Die Vorzeichen stehen zumindest nicht schlecht. Der KSC gilt als äußerst anfällig nach Standards. In beiden jüngsten Spielen in Heidenheim (1:2) und gegen Sandhausen (1:3) haben sich die Badener obendrein zwei Elfmeter eingefangen – auch vom Punkt hatte noch kein Lautrer in dieser Saison Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

ZUM 5. MAL IN GLEICHER BESETZUNG? ODER KOMMEN HALFAR UND ZOUA?

Was die Startformation angeht, ist die Situation unverändert gut. Außer den  dauerverletzten Mensur Mujdza, Kacper Przybylko und Sebastian Kerk sind alle fit, die zuletzt zurückgekehrten Daniel Halfar und Jacques Zoua sind in der vergangenen Woche  noch näher an die Startelf gerückt, so dass nicht unbedingt gesagt ist, dass Korkut zum fünften Mal hintereinander mit der gleichen Startelf beginnt.

Möglich wär’s wohl. Die Blessur, die sich Naser Aliji am Montag in München zugezogen hat, ist weitgehend abgeklungen. Lässt der Trainer ihn dennoch draußen, würde Halfar nachrücken und den linken Eckpunkt der Mittelfeldraute geben, während Marcel Gaus Aliji als linken Verteidiger ersetzt.

Und vorne? Zoua für Lukas Görtler wäre denkbar. Den taktisch klug spielenden Bamberger mal schonen und dafür den torgefährlicheren Kameruner bringen. Warum nicht? Schließlich ist die Erwartungshaltung nach der jüngsten Erfolgsserie in Kaiserslautern wieder gestiegen. An den nächsten drei Spieltagen geht es gegen Mannschaften, die derzeit hinter dem FCK stehen, und was sich der Anhang da als Punkteausbeute vorstellt, ist dem Trainer nur zu gut bewusst. „Garantieren kann ich aber nichts. Ich kann nur versprechen, dass wir die maximale Punktzahl jagen.“

„SKY“ GLOTZEN KANN JEDER – AUF INS STADION!

Zumal ihm beim Tabellenstudium aufgefallen ist: „Obwohl wir in den vergangenen Wochen gepunktet haben, sind wir noch nicht richtig vorangegangen. Mit einem Sieg an die 20-Punkte-Grenze herankommen, das soll unser Ziel sein.“

Was vor einer imposanten Kulisse natürlich noch mehr Spaß macht. 26.000 Tickets hat der FCK bereits abgesetzt, der Verein kalkuliert mit 30.000, der Coach wünscht sich 35.000 – „warum nicht am Sonntag ins Stadion gehen und Action haben?“ Stimmt eigentlich: Sonntags zuhause rumhängen und „sky“ glotzen kann jeder.

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