Extrablog: „So ist Fußball, du musst dich immer schnell entscheiden“ – Interview mit Zoltan Stieber

Schon mit seinem Traumtor in München hat er es gezeigt, und auch gegen den KSC war er gemeinsam mit Marcel Gaus der FCK-Spieler, der die meisten Torschüsse (3) verzeichnete: Zoltan Stieber ist in Lauterns darbender Offensive – nach wie vor stehen nach 14 Spielen erst zehn Treffer zu Buche – gegenwärtig der, der an den meisten Toraktionen beteiligt ist. Auch seine Standards werden zunehmend gefährlicher. Der 28-jährige, 19-fache ungarische Nationalspieler wächst immer besser hinein in ein Team, das nur langsam, aber stetig in die Saison fand, steht somit gewisser Maßen symbolisch für dessen Entwicklung. Oder wie sieht er das?

Zoltan, seit Wochen arbeiten Christoph Moritz und du daran, mal einen Treffer nach einem ruhenden Ball vorzubereiten. Jetzt war es endlich soweit: Jacques Zoua köpft deine Freistoßflanke ins Tor, der Schiri gibt’s aber nicht, weil Osawe abseits stand. Wie hast du das gesehen?

Ehrlich gesagt: Aus meiner Position auf dem Spielfeld konnte ich zunächst gar nichts erkennen. Ich hab nur gehört, was die anderen sagten, und mir die Szene dann selbst angeschaut. Ich denke, der Schiri hätte das Tor geben sollen, aber was sollen wir machen? Wir müssen jetzt hoffen, dass das nächste Mal in einer solchen Situation für uns entschieden.

Kurz vor Schluss hattest du auch nochmal die Gelegenheit: Du setzt erst Osawe auf der rechten Seite ein, gehst dann aufs lange Ecke und bekommst direkt die Flanke von ihm…

Ich hab erst überlegt, ihn direkt zu nehmen, mich dann aber anders entschieden – und wurde dann gut abgeblockt. War wohl die falsche Entscheidung. Aber so ist Fußball, du musst dich immer sehr schnell entscheiden.

Trotzdem hat man den Eindruck, dass es bei dir jetzt von Spiel zu Spiel besser läuft…

Ja, das Gefühl habe ich auch. Mir war von vorne herein klar, dass ich eine Weile brauche würde, weil ich letzte Saison kaum gespielt, aber die Ungeduld im Umfeld ist halt groß. So langsam aber, glaube ich, habe ich meinen Rhythmus gefunden. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft noch mehr helfen kann.

Als Zehner in einer Mittelfeldraute hast du dafür auch die beste Position. Das System ist ja quasi für den Zehner gemacht…

Ja, ich fühle mich auch sehr wohl auf der Zehn. Aber man muss immer auch sehen, was der Trainer im Kopf hat. In der zweiten Halbzeit spiele ich ja meistens auf dem Flügel. Gegen den KSC zuerst links, dann rechts.

Auf der rechten Seite scheinst du dich wohler zu fühlen, wenn du da in die Mitte ziehst, hast du den Ball an deinem starken linken Fuß.

So sehe ich das auch. Am liebsten spiele ich auf der Zehn, aber meine zweitliebste Position ist auf der rechten Seite.

Wie soll’s für Euch jetzt weiter laufen?

Ich denke, wir haben unsere Abwehr jetzt gut stabilisiert – schon sieben Mal in dieser Saison zu null gespielt. Jetzt müssen wir endlich vorne mehr Tore machen. Am besten schon am Freitag in St. Pauli.

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