Extrablog: Liebes Christkind, schenk unserem Sportdirektor Einsicht – und uns zwei neue Spieler

Lauterns Sportdirektor Uwe Stöver hat es vor einigen Wochen schon einmal angekündigt. Nach den jüngsten mauen, meist torlosen Spielen wäre allerdings ein Umdenken zu erwarten gewesen. Jetzt allerdings hat er im Gespräch mit dem Online-Fanzine „Der Betze brennt“ noch einmal bekräftigt: Der FCK plant in der Winterpause keine Neuverpflichtungen, es sei denn, er muss auf Abgänge unzufriedener Spieler reagieren. Schade. Denn mindestens zwei Transfers wären angezeigt.

Dabei läge der Fokus gar nicht einmal auf der Verpflichtung eines neuen „Knipsers“, den angesichts von nur elf Treffern nach 17 Spielen der größte Teil des Anhangs  wohl fordern wird. Dieses Thema ist allerdings komplexer, als viele glauben, doch davon später. Prio sollten zwei Positionen haben, auf denen jetzt schon abzusehen ist, dass im Sommer Handlungsbedarf entsteht: In der Innenverteidigung und auf den Flügeln. Denn die Leihspieler Ewerton und Sebastian Kerk werden den Verein wieder verlassen.

In der Innenverteidigung klafft gegenwärtig ohnehin schon eine qualitative Lücke, wenn Ewerton oder Robin Koch ausfallen. Die etatmäßigen Backups Tim Heubach und Stipe Vucur mögen beide ihre Stärken haben, spielerisch fallen sie gegen die Erstbesetzung jedoch stark ab. Heubachs Vertrag läuft im Sommer sowieso aus, und dass Aue gegenwärtig schon an Vucur baggert, um ihn ins Erzgebirge zurückzuholen, trifft sich im Grunde gut. Die jetzt entstehende Lücke könnte mit einem neuen Mann gefüllt werden, der perspektivisch eher das Zeug hat, neben Robin Koch zu agieren.

Überhaupt ginge mit Vucur der beste Kopfballspieler des Kaders – und im Luftraum besteht schon jetzt Verbesserungsbedarf. Von daher müsste auf jeden Fall gehandelt werden, wenn er den Verein verlässt.

IST DOCH SO: OHNE FLÜGEL GEHT ES NICHT NACH OBEN

Und auf den Flügeln muss sich was tun, selbst wenn der zuletzt verletzte Kerk in der Rückrunde wieder voll einsatzfähig ist. Sicher, Max Dittgen war in Nürnberg ein belebendes Element und dass er in Rückrunde mehr Einsatzzeiten bekommt, wäre wünschenswert. Aber um die angestrebte „Stabilität“ zu erreichen – bekanntlich ein Lieblingswort von Coach Tayfun Korkut – wäre eine weitere Alternative vonnöten.

Einer mit Geschwindigkeit auf den ersten Metern, der sich auch in engen Situationen durchsetzen kann. Den hätte es nämlich gerade bei den Nullnummern zuletzt zuhause gegen Karlsruhe und Aue gebraucht. Marcel Gaus braucht Raum vor sich, ist dann ein brauchbarer linker Offensiver, wenn von hinten raus gespielt wird. Gegen defensiv eingestellte Gegner kommen seine Fähigkeiten als linker Verteidiger besser zu Geltung.

Klar: Die Mittelfeldraute war eine kluge Installation Korkuts, um den aktuellen personellen Gegebenheiten im Kader zu begegnen: Keine starken Flügelspieler, dafür viele zentrale Mittelfeldspieler. Wenn der FCK sich allerdings wieder höher orientieren will, muss er  in der Lage sein, tiefstehende Gegner über die Flügel zu knacken. Von daher tut es gut lesen, dass sich Leihspieler Manni Osei-Kwadwo bei Drittligist Großaspach gut entwickelt – er könnte im Sommer Kerk ersetzen.

DER „KNIPSER“: EIN VIELSCHICHTIGES THEMA

Und was ist mit dem „Knipser“, an dem es angesichts der erschreckenden Torausbeute augenscheinlich am heftigsten mangelt?

Es ist recht unwahrscheinlich, mit wenig Geld einen Stürmer finanzieren zu können, der sich bereits in einer der deutschen Zweiten Liga vergleichbaren Klasse bewährt hat und der nach einem Wechsel auf Anhieb einschlägt. Ein solcher Coup ist dem 1.FC Nürnberg einmal im Januar 2015 gelungen, als er von Cardiff City Guido Burgstaller ablösefrei loseisen konnte, ansonsten sind solche Glücksgriffe äußerst selten.

Überhaupt finden sich beim Blick auf die aktuelle Torjägerliste der Zweiten Liga mit Simon Terodde und Martin Harnik nur zwei Offensive, die sich recht schnell nach ihrem Wechsel als Goalgetter profilierten – und die bewegen sich in Einkommensgruppen, die für den FCK mittlerweile utopisch sind. Beim Rest handelt sich um Typen, die Zeit hatten, sich in ihren aktuellen Teams zu Torjägern zu entwickeln: Kumbela, Quaner, Wooten, Schnatterer, Köpke.

DER WUNSCH FÜRS NEUE JAHR: ENDLICH MAL 100 PROZENT ÜBER 90 MINUTEN

Von daher könnte es in der Tat erfolgversprechender sein, weiter auf das Duo Osawe/Zoua zu setzen, das ja erst zuletzt zueinander gefunden hat. Aufgrund ihrer recht unterschiedlich ausgeprägten individuellen Stärken passen die beiden recht gut zusammen. Mit dem wiedergenesenen Kacper Przybylko, Lukas Görtler und gegebenenfalls Robert Glatzel stehen zudem brauchbare Alternativen zur Verfügung.

Die Durchschlagskraft vorne zu erhöhen, sollte eher Angelegenheit der zuliefernden Abteilungen sein. Hier ist in der Tat geboten, darauf zu hoffen, dass einige der zentralen Mittelfeldspieler endlich zu konstanter Form finden, wie Uwe Stöver auch gegenüber „Der Betze brennt“ zum Ausdruck bringt. Daniel Halfar, Christoph Moritz und Zoltan Stieber könnten und sollten eigentlich Topspieler der Liga sein, wenn sie mal 100 Prozent über 90 Minuten geben.

„Wir versuchen immer, aus dem Ballbesitz heraus Chancen zu kreieren und mit offensivem Pressing auch schnell nach vorne zu spielen. Das gelingt uns auch oft“, hat Lukas Görtler gerade in einem Interview mit „anpfiff.info“ zum Besten gegeben. Ach ja? Seit dem 1:0-Sieg gegen Union Berlin Anfang November hat man das selten bis gar nicht mehr gesehen.

MIT EINEM EINGESPIELTEN TEAM IN DIE NEUE SAISON STARTEN, WÄRE SO WICHTIG

In der Rückrunde zwei Neue zu integrieren, die auch perspektivisch Startelf-Niveau haben, dazu nach Pollersbeck und Koch noch ein, zwei weitere Nachwuchsspieler (Dittgen, Glatzel) ein- und aufbauen – damit würde sich die Wahrscheinlichkeit ungemein erhöhen, in die Saison 17/18 mit einem bereits eingespielten Kollektiv zu starten.

Der Karlsruher SC hat es vor zehn Jahren schon vorgemacht, Eintracht Braunschweig hat es 2012/2013 wiederholt und hat gerade gute Chancen, es erneut zu schaffen, dazu die Beispiele Paderborn und Darmstadt aus den jüngsten Jahren: Wer es schafft, gleich auf den ersten Metern einer Saison ordentlich zu punkten, kann sich so einen Vorsprung vor den zahlungskräftigeren Erstligaabsteigern sichern, die sich erst noch neu formieren müssen.

Das ist der Weg, den auch der 1. FC Kaiserslautern suchen sollte.

Und damit möchte sich der Blogwart für dieses Jahr verabschieden. So ein Online-Blog ist ein wirklich spannendes Experiment für einen gelernten Zeitungsjournalisten, und es ist schön zu sehen, dass es so viele Leser gibt, die ein bisschen mehr über den FCK lesen wollen als nur Kurzberichte.

Frohe Weihnachten Euch allen und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

ZUM SCHLUSS DARF SIE NICHT FEHLEN: DIE WEIHNACHTSGESCHICHTE

Abschließend noch eine Weihnachtsgeschichte. Sie handelt zwar nicht vom Christkind, sondern eher vom Krampas, ist aber dennoch sehr besinnlich – und traurig, also Tempos bereithalten. Sie stammt von dem mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneten Schriftsteller Clemens Meyer, der auch Fußballfan ist, aber nur noch Spiele unterer Klassen besucht, weil höhere für ihn nur noch „Hurengeschäft“ sind. Sein Hauptwerk „Im Stein“ spielt auch in einem solchen Milieu, bezeichnender Weise in Leipzig.

Hier geht’s zur Weihnachtsgeschichte, die keine ist. Mögen wir ein solches Erlebnis niemals mit ihm teilen müssen.

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