Extrablog: „Wir müssen nichts anderes im Kopf haben, als diesen Klub voranzubringen“

Wenn er bislang als Trainer auf den Betzenberg kam, sei es stets seine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass der Betzenberg nicht brennt. Ab sofort soll das Gegenteil der Fall sein. „Ich mag es, bei Traditionsvereinen zu arbeiten“, erklärt Norbert Meier im Rahmen  seiner Vorstellung beim 1. FC Kaiserslautern im besten Elder Statesman-Stil – und offenbart, bereits Einblicke in die Pfälzer Seele genommen zu haben: „Ich kenne die Begeisterung und weiß, wie die Region fiebert, dass es wieder vorwärts geht – und da liegt auch der Anreiz für einen Trainer“. Der 58-jährige hat einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2018 unterschrieben. Als Assistent bringt er von seinem frühereren Arbeitgeber SV Darmstadt 98 das Bochumer Urgestein Frank Heinemann mit. Ergänzt wird das Trainerteam weiterhin von Bastian Becker (Athletik) und Gerry Ehrmann (Torhüter).

Im folgenden einige Auszüge aus der PK.

Sportdirektor Uwe Stöver zur Entscheidung, auf den „Newcomer“ Tayfun Korkut den „Veteranen“ Norbert Meier folgen zu lassen:

„Erst einmal galt es, das Gefühl zu entwickeln, dass der eingeschlagene Weg auch vom neuen Cheftrainer fortgeführt wird: Konsolidierung in diesem Jahr, Angreifen im nächsten Jahr – und dann richtig angreifen. Für uns war es aber auch wichtig, jetzt jemanden ans Ruder zu setzen, der das Training am 3. Januar mit einer Kenntnis aufnehmen kann, wo wir nicht bei 40, 50 0der 70 Prozent anfangen müssen. Norbert Meier kennt die Liga, kennt die Spielweise der Mannschaften, kennt die taktischen Ausrichtungen, und er kennt unsere Mannschaft in hohem Maße, unter anderem aus drei Live-Sichtungen, die er im Lauf der Hinrunde getätigt hat. Wir beginnen also auf einem Niveau, auf dem wir gewährleisten können: Hier geht es weiter vorwärts.“

Warum Norber Meier, gerade vier nach seiner Entlassung beim SV Darmstadt, direkt wieder einsteigt und nicht, wie andere Kollegen, erst einmal Pause macht:

„Mein Kopf ist wieder frei, der war auch nie geschlossen, da können Sie sicher sein. Ich liebe den Fußball und kann mich schnell auf eine neue Aufgabe einstellen. Als der FCK angefragt hat, haben Uwe Stöver und ich uns direkt entschlossen, uns zu treffen. Kaiserslautern ist eine ganz reizvolle Adresse. Ich mag es, bei Traditionsvereinen zu arbeiten. Das ist komischer Weise schon ein bisschen schicksalhaft bei mir. Ich mag es, wenn viele Zuschauer da sind, wenn riesen Stimmung da ist – dass das dann auch in die andere Richtung gehen kann, weiß ich auch. Es gab nicht viel zu überlegen, wir sind zügig zu einer Einigung gekommen.“

Norbert Meier zum aktuellen Missverhältnis beim FCK – zweitbeste Abwehr der Liga, aber auch schwächster Sturm:

Wir werden ausgewogen daran arbeiten, dass diese Balance zwischen Defensive und Offensive noch besser zum Tragen kommt. Wir werden bestrebt sein, gerade zuhause erfolgreicher zu spielen und mehr Tore zu erzielen, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Viele Mannschaften in dieser Liga sind eher auf Konter ausgerichtet, dem musst du Rechnung tragen. Wir werden versuchen, an gewissen Stellschrauben zu drehen, gegebenenfalls auch am Selbstvertrauen der Spieler arbeiten. Oft sind es nur Nuancen, die dazu führen, dass Dinge in die andere Richtung gehen.

Uwe Stöver zum Thema Neuverpflichtungen in der Winterpause:

Die waren Thema unseres ersten Gesprächs, wir hatten aber auch schon selbst eine entsprechende Analyse bis nach dem Nürnberg-Spiel angestellt. Wir werden uns jetzt vor und nach dem Trainingslager zusammensetzen, um unsere Eindrücke abzugleichen, daraus resultierend aktiv werden.

Norbert Meier zur Arbeit bei Traditionsvereinen:

Als ich in Düsseldorf angefangen habe, haben wir uns auf der Pressekonferenz die Brote noch selbst geschmiert. Ich kenne die Begeisterung, weiß, wie die ganze Region fiebert und heiß ist, dass es wieder vorwärts geht – das ist auch für mich als Trainer ein großer Anreiz.  Aber wir brauchen jetzt das ganze Umfeld. Wir müssen nichts anderes im Kopf haben, als diesen Klub voranzubringen. Wir brauchen auch die Fans, müssen den Funken überspringen lassen. Ich bin da aber nicht ängstlich. Ich freu mich darauf und werde das mit vollem Elan angehen.

Norbert Meier darüber, wie gut er seine neue Mannschaft bereits kennt: Grundsätzlich sind in dieser Mannschaft Spieler, die ich selbst schon trainiert habe (Marcel Gaus in Düsseldorf, Kacper Przybylko in Bielefeld – die Red.), und mindestens vier Spieler, die ich für meine früheren Vereine gerne holen wollte und beobachtet habe. Natürlich muss ich jetzt erst mal alle kennenlernen. Wir fangen morgen mit den Leistungstests an und werden dann die Vorbereitung nutzen. Wichtig ist, dass wir gut in die Spur kommen, denn das Auftaktprogramm der Rückrunde hat es in sich. Aber die gesamte Zweite Liga hat es schließlich in sich.

Norbert Meier darüber, ob es ein „Rückschritt“ ist, von einem Erst- zu einem Zweitligisten zu wechseln:

Also, so viele Einschränkungen sehe ich hier nicht. Das ist alles optimal aufgestellt hier, angefangen bei den Kabinen und Trainingsplätzen. Man sieht, dass der 1. FC Kaiserslautern längerfristig im bezahlten Fußball unterwegs ist, etwa, was das Nachwuchsleistungszentrum und die Verzahnung der einzelnen Abteilungen angeht. Ich betrachte das hier nicht als Rückschritt, sondern als reizvolle, neue Aufgabe.

 

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