Extrablog: „Er hat alles, was ein Publikumsliebling braucht“ – Aspach-Fan Kristian über die FCK-Leihgabe Manni Osei-Kwadwo

Eine der größten Hoffnungen auf mehr fußballerischen Glanz am Betzenberg kickt derzeit gar nicht im Dress der Roten Teufel, sondern trägt das hellere Rot eines Vereins, der sich selbst ganz sympathisch als „Dorfklub“ brandet: die SG Sonnenhof-Großaspach, die sich seit 2014 zur Überraschung vieler mit kleinstem Etat in der Dritten Liga behauptet und unter anderem FCK-Profi Max Dittgen weiterentwickelte. Viel ist in Kaiserslautern leider nicht zu hören und lesen, wie sich Manfred Osei-Kwadwo, 21, im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis so macht, das wenige, was von dort in die Pfalz dringt, klingt vielversprechend. Drum hat sich der Blogwart mal vor Ort umgehört. SG-Fanbetreuer Colin Huber – dafür sei ihm an dieser Stelle noch einmal herzlichen gedankt –  vermittelte ihm den Kontakt zu Kristian, einem 23-Jährigen Sportfreund, der seit fünf Jahren jedes Spiel seines Vereins verfolgt und bis zur B-Jugend selbst aktiv Fußball gespielt hat. Hier sein Bericht.

„Manni stieß im Sommer zu einer Mannschaft, die personell völlig umkrempelt worden war. Mit Oliver Zapel für den nach Bielefeld abgewanderten Rüdiger Rehm nahm auch ein neuer Trainer seine Arbeit auf. Ich denke, in Aspach rechneten zunächst alle damit, dass es in dieser Saison nur darum gehen konnte, in der Klasse zu bleiben, von daher wundert es nicht, dass ein Spielertyp wie er zuerst mal außen vor gelassen wurde. Zudem war ja auch erst am 4. August gewechselt, als der Saisonauftakt gegen Chemnitz (0:0) schon gespielt war. Bei der Heimniederlage gegen Regensburg (3:4) saß er 90 Minuten auf der Bank.

Beim anschließenden 0:0 in Rostock wurde er dann nach 53 Minuten eingewechselt, um für Entlastung zu sorgen, drei Tage später beim Heimspiel gegen Preußen Münster war Manni das erste Mal von Beginn an dabei. In der fünften Minute flankte er auf Lucas Röser, der das 1:0 köpfte und so den Grundstein für den 2:0-Erfolg legte, unseren ersten Saisonsieg. Von da an war Manni eine feste Größe im Team, und daran, dass die Spielzeit für uns bislang überraschend gut läuft, hat er einen wesentlichen Anteil.

NACH MASSFLANKE ZUM EINSTAND EINE FESTE GRÖSSE

In der ersten Spielen agierte er noch recht unauffällig, war aber immer wieder an wichtigen Treffern beteiligt. Als sich die Mannschaft im Lauf der Saison immer besser fand, drehte auch Manni zusehends auf. Drei Tore erzielte er mittlerweile selbst, allesamt nicht spielentscheidend, aber: Tore sind Tore. Allerdings kassiert er auch gerne Gelbe Karten, so dass bereits am 19. Spieltag, gegen Rot-Weiß Erfurt, eine Pause fällig war. Aber ich denke, auch das gehört bei einem jungen temperamentvollen Spieler dazu.

Manni belebt das Spiel mit seinen schnellen Antritten, die oft von der Mittellinie starten, und er ist oft Ausgangspunkt von Konterangriffen. Er kann sehr gut mit dem Ball umgehen, ist schnell, wendig und dribbelstark – ein Leichtgewicht, was natürlich auch den üblichen Nachteil mit sich bringt; Sobald es etwas körperbetonter zur Sache geht, hat er mit seinen 1,70 Metern kaum eine Chance. Daraus resultieren öfter Ballverluste. Allerdings leistet er sich die fast immer bei Offensivaktionen im vorderen Drittel. In der eigenen Hälfte und gegen den Ball agiert er  umsichtig und vorausschauend.

KEIN TORJÄGER, SONDERN EINER FÜR DEN SPIELAUFBAU

Der Abschluss ist ebenfalls nicht seine Stärke, sonst wären es ein paar Treffer als die drei, die er bislang erzielt hat. Dabei positioniert er sich vor dem Tor eigentlich ganz gut, wenn er nicht selbst den Ball erkämpft und Spielzüge einleitet. Aber er ist ja auch nicht als Torjäger geholt worden, sondern als Mann für den Spielaufbau, und diese Aufgabe meistert er meines Erachtens mit Bravour. Und mit seiner positiven Ausstrahlung bringt er alles mit, was einen Publikumsliebling ausmacht.

Für uns ist es schade, dass er im Sommer wieder in die Pfalz zurückmuss, aber das ist nun einmal der Deal. Ich hoffe, dass die Fans am Betzenberg ihn genauso tragen wie wir im kleinen Aspach, verdient hat er es allemal. Und dass er in Lautern die Spielpraxis bekommt, die er braucht, um sich zu entwickeln.

EBENFALLS NUN IN ASPACH AM BALL: MARIO RODRIQUEZ

Seit Beginn der Rückrunde kickt noch ein weiterer ehemaliger U 19 Junior des FCK bei uns, dem einst eine große Zukunft vorausgesagt worden war: Mario Rodriquez, der zum Leidwesen vieler FCK-Fans noch in der Jugend von Borussia Mönchengladbach abgeworben wurde.

Obwohl sich seine Statistik nach drei Jahren in der Zweiten Mannschaft nicht schlecht liest – 18 Tore und 15 Vorlagen in 81 Spielen –, schaffte er den Sprung in die Erste Mannschaft nicht. Im Sommer landete er im Chemnitz, wo es für ihn gar nicht lief. In seinem ersten Spiel für uns netzte er gleich – gegen Chemnitz.

Darüber, ob er, nunmehr 22 Jahre alt, über Aspach den Sprung in höhere Klassen doch noch schafft, will ich mir noch kein Urteil  erlauben. Er hat allerdings nur Vertrag bis 2018, heißt: Wenn er bei uns einschlägt, wird er nächstes Jahr zum Schnäppchen. Schlecht für uns – und gut für den, der in Aspach und dem Rest der Dritten Liga aufmerksam scoutet.“

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