Kohlis Arschkarte: Wer immer Sie sind, Sie Leak – verpissen Sie sich!

Achtung! Dieser gleichnishafte Einstieg wirkt jetzt ein wenig konstruiert. Kohli schwört aber, dass diese Episode sich genau so zugetragen hat, und zwar am Freitag, in der Herrentoilette des Medienzentrums im Fritz-Walter-Stadion, unmittelbar nach dem 3:0 des 1. FC Kaiserslautern gegen den SV Sandhausen.

Profaner Harndrang hatte Kohli zum Besuch dieser Örtlichkeit gezwungen.

Als Kohli das große Ganze bereits erfolgreich mit beiden Händen über den Rand des Pinkelbeckens gewuchtet hatte, sprach eine Stimme aus einer der verschlossenen Abprotzkabinen des Raumes in einer breiten Mischung aus kurpfälzisch und schwäbisch:

„Kall, was mache oichentlisch doi Vorhautprobläme?“

Ein dicklicher junger Mann mit Backenbart, der seinen Wurm in das rechte der drei zur Auswahl stehenden Pinkelbecken gehievt hatte, „Kall“ offenbar, antwortete brav:

„Viel besser. Donke.“

Um das schon mal klarzustellen: Kohli gelang es irgendwie, sich als unfreiwilliger Ohrenzeuge dieses Dialogs NICHT spontan (okay, das Wort ist nicht schön, aber es muss jetzt mal geschrieben werden) zu „verpissen“.

Doch auf seinem anschließenden Weg durch die Nacht grübelte er noch lange über das Gesehene und Gehörte. Immer und immer wieder kreisten seine Gedanken um dieselben Kernfragen, ohne Fruchtbares zu produzieren:

Wie können Vorhautprobleme sich eigentlich verbessern? Kohli ist zwar medizinischer Laie, aber eigentlich gibt es doch da nur die Optionen, den berühmten Schnitt zu machen, oder aber dem Kopf der Viper den engen Rollkragen zu lassen, oder?

Vor allem aber: Welcherart muss das Verhältnis zwischen „Kall“ und seinem vorgeblichen Kollegen gestrickt sein, dass sie sich so vertraulich über Vorhautprobleme austauschen – und dass auch noch durch geschlossene Türen quasi öffentlicher Toiletten?

GENUG DES GLEICHNISSES – KOMMEN WIR ZUM THEMA

Wer außer seinem Lieblingsverein hätte Kohli tags drauf aus diesen nichtsnutzigen Gedankenschwurbeln reißen können?

Der Klub produzierte wieder mal „Schlagzeilen“, wie man früher sagte. Neudeutsch auch einen gewaltigen „Shitstorm“. „Fake News“ oder „alternative Fakten“ kann man allerdings nicht sagen, treffender wäre vielleicht die Bezeichnung „mediale Blähungen“.

Was ist geschehen, beziehungsweise war?

Ein Ungut – wohl ein Aufsichtratsmitglied – hatte „Rheinpfalz“ und/oder SWR gesteckt, dass im AR die Installation eines Sportvorstandes diskutiert worden sein soll sowie, aus Kostengründen, die Abschaffung der Lauterer U23. Oder er hat es Sportdirektor Uwe Stöver unter die Nase gerieben und der hat es in seiner Verärgerung an die genannten Nachrichtenorgane weitergegeben. Wie auch immer.

Vollkommen überhöht wurde diese Indiskretion wie üblich nicht von den erstverwertenden, sondern von den abschreibenden Medien. Der „kicker“ sprach von einem „Machtkampf“, der in Kaiserslautern drohe, „90min“ gar von einem „Eklat“. Und, und, und. Chaoslautern 2.0. Und das in einer Phase, in der sich der Klub nach sieben Punkten in drei Spielen sportlich grade mal wieder berappelt. Glückwunsch auch.

Am Sonntag versuchte ein Statement des AR, die Wogen zu glätten. Sinngemäß hieß es da: Im AR werde so dies und das geredet, Beschlüsse gefasst worden seien zu den genannten Themen aber nicht.

Das ist doch mal Krisenmanagement, das rockt.

DIE ARSCHKARTE HAT JETZT ABEL – WARUM EIGENTLICH?

Die Diskussion in den Fanforen war da schon vollentbrannt. Als oberster Leidtragender darf sich – neben dem ganzen Verein – AR-Mitglied Mathias Abel fühlen, denn der Ex-Profi wäre wohl derjenige gewesen, der als Sportvorstand dem Sportdirektor Uwe Stöver vor die Nase gesetzt worden wäre. Worauf der Mainstream stante pede unterstellt, Abel habe versucht, seine Position im AR zu nutzen, um sich selbst auf einen gut dotierten Vorstandsposten zu hieven.

Abel hat das mittlerweile dementiert und konkrete Anhaltspunkte gibt es dafür auch nicht. Er war zwar schon mal kommissarisch sportlicher Leiter, allerdings ehrenamtlich, und hat in Interviews schon öfter betont, dass er eine hauptamtliche Tätigkeit beim FCK wenn, dann erst in ein paar Jahren anstrebe.

Und mal im Ernst, Leute: Gerade wenn Abel derart motiviert wäre, wäre er doch der letzte, der diesen gescheiterten Installationsversuch unter der Hand den Medien stecken würde, oder? Das muss doch viel eher jemand gewesen sein, der genau wusste, dass Abel es abbekommt, wenn diese Geschichte öffentlich wird, nicht wahr?

DIE SPORTVORSTANDSIDEE – NICHTS ALS EINE OLLE KAMELLE?

Besonders blöd: Fast alle dem Führungskern näher stehenden Fanforumsschreiber vermuten stark, dass diese Sportvorstandsidee wenn, dann schon während des sportlichen Tiefs in der Vorrunde zur Diskussion stand.

Damals wurde Kritik an Tayfun Korkut laut, Stöver aber soll, als er im AR nach einem Plan B für den Fall einer Trainerentlassung gefragt wurde, beide Ohren auf Durchzug gestellt haben. Möglicherweise wurde anschließend hinter verschlossenen Türen drüber geredet, dem sturen Wuppertaler noch jemanden zu überstellen. Ehrenrührig ist das nicht. Nur: Drüber reden, es dann aber nicht zu tun, aber irgendwann hinterher auszuposaunen, dass darüber geredet worden ist – das ist ehrenrührig.

Und diese Gülle ausgerechnet jetzt aufzukochen, wo sich immer deutlicher zeigt, dass Stöver gerade auch mit seinen späten Verpflichtungen eine hervorragende Personalpolitik gemacht hat, kann kaum dem Hirn eines FCK’lers entsprungen sein, dem wirklich was am Verein liegt. Daher kann an das Aufsichtsratmitglied, das die Info ausgeplaudert – neudeutsch: „geleakt“ – hat, nur die Aufforderung ergehen (okay, das Wort ist nicht schön, aber es muss einfach geschrieben werden):

Verpissen Sie sich.

Typen wie Sie würden auch auf öffentlichen Toiletten ihre Vorhautprobleme erörtern. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung stehen ja Neuwahlen an, die Gelegenheit ist also günstig.

NUN NOCH EIN KLEINER EXKURS ZUR DISKUSSION UM DIE ABSCHAFFUNG DER U23.

Die Mitgliederversammlung der DFL hat 2014 die Profivereine von ihrer Pflicht, U23-Teams zu formieren, entbunden. Die Erstligisten Frankfurt, Leverkusen und Darmstadt haben diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung bereits genutzt, diverse Zweit- und Drittligisten auch. Dass darüber die Führungsgremien am Betzenberg ebenfalls reden, ist nicht „hammerhart“, wie die „Rheinpfalz“ schreibt, sondern deren verdammte Pflicht und Schuldigkeit.

Auch wenn die Abschaffung der U23 bei einem Verein, der vom Weiterentwickeln und Verkaufen seiner Talente überleben will, auf den ersten Blick widersinnig erscheint: Unmöglich ist sie nicht.

Ein U23-Kader besteht im Schnitt aus rund 20 Spielern, von denen allenfalls sieben oder acht unter ernsthafter Beobachtung für die Erste Mannschaft stehen. Der Rest wird mit ein wenig Geld bei der Stange gehalten – und mit dem Schüren der Hoffnung, den Sprung ins Profiteam vielleicht doch noch zu schaffen.

Wer die „Hoffnungsfrohen“ sind, ist in den meisten Fällen schon aus der U19 bekannt. Talente vom Schlage Heintz, Orban oder Zimmer könnte man, sobald sie dieser entwachsen sind, mit bescheiden bemessenen, aber langfristigen Profiverträgen ausstatten und dann ein, zwei Jahre vorzugsweise zu Drittligisten ausleihen. Wie gut es sich dort entwickeln lässt, demonstriert zurzeit Manni Osei-Kwadwo bei der SG Sonnenhof-Großaspach. Dergleichen mit sieben und acht Talenten gleichzeitig zu praktizieren, statt eine U23 durch die Lande tuckern zu lassen, wäre unter Umständen sogar ergiebiger, was den Output für die Erste Mannschaft angeht, und brächte sogar noch Einnahmen durch Leihgebühren.

Nachteile: Die Talente könnten nicht mehr während einer Saison hochgezogen werden. Und: Für „Spätentwickler“ könnte es am Betzenberg schwer werden. Ob Robin Koch oder der vom Nachwuchs der Münchner Sechziger abgeworbene Robert Glatzel ohne U23 den Weg in den Profikader gefunden hätten, darf bezweifelt werden.

UND DAMIT GEBEN WIR ZURÜCK NACH MAINZ: ZUR FASTNACHTSPOSSE

Kohli will damit ja aber auch nur zeigen: Diskutabel ist ein solcher Vorschlag.

Uwe Stöver hat sich mittlerweile für ein Weiterführen der U23 ausgeprochen. Damit ist das gewichtigste Wort erst mal gesagt. Von sportlicher Seite. Neu besprochen werden muss das Thema erst wieder, wenn Finanzvorstand Klatt klipp und klar erklärt: Wir müssen das Geld, das die U23 kostet, jetzt auch noch in den Profikader pumpen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. 

Im Mainzer Staatstheater feiert heute die Fastnachtsposse 2017 Premiere. Sie wird es schwer haben, nachdem die größte pfälzische Volksbühne ordentlich vorgelegt hat. Das heißt, eigentlich ja nur einer ihrer unbekannten, untalentierten Schauspiellaien. Applaus von Kohli kann er sich aber unter die… Nein, das schreibt er jetzt nicht.

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