Vorschaublog: Mit einer „gewissen Körperlichkeit“ bestehen – und den richtigen Pass im richtigen Moment spielen

Es gibt sie also doch, die menschlich bewegenden Momente in diesen ansonsten routiniert und überraschungsfrei ablaufenden Spielankündigungs-Pressekonferenzen. „Das war jetzt nur begrenzter Optimismus. Da muss mehr kommen. Du spielst am Freitag. Jetzt kannst du selbstbewusst sein“, spricht FCK-Trainer Norbert Meier zum neben ihm platzierten Tim Heubach. Eine so direkte Ansprache vor versammelter Medienschar ist ungewöhnlich, gerade für Meier, der sich, was Infos zu Startelfpersonalien angeht, in der Regel noch bedeckter hält als die meisten seiner Kollegen. So auch vor dem Spiel am morgigen Freitag (18.30 Uhr) gegen Dynamo Dresden.

Zuvor hatte Heubach die Frage, ob er spiele, brav mit dem gängigen „Letztendlich entscheidet der Trainer“ beantwortet. Dass seine Position zur Diskussion steht, liegt daran, dass Shootingstar Robin Koch, der zuletzt drei Spiele pausieren musste, seit Dienstag wieder am Mannschaftstraining teilnimmt und eine Alternative darstellt. Heubach hatte Koch in Düsseldorf, gegen Sandhausen und in Stuttgart nicht nur ordentlich vertreten, sondern sich auch kontinuierlich gesteigert.

„DEFINITIV NICHT ZUR VERFÜGUNG“ STEHT KEINER – AUSSER GÖRTLER UND MUJDZA

Regelmäßige Einsätze geben eben Sicherheit, wobei der 28-jährige der Meinung ist, dass er immer noch nicht ganz „zu alter Stärke“ zurückgefunden hat. Nicht zu vergessen die praktische Komponente: Heubachs Vertrag läuft im Sommer aus. Dass er sich jetzt wieder regelmäßig im Wettkampf präsentieren kann, verbessert auch seine Position am Verhandlungstisch enorm.

Ansonsten darf mehr als sonst gerätselt werden, mit wem Meier beim Tabellenfünften beginnt. „Definitiv nicht zur Verfügung“ steht nach seinen Angaben keiner. Bei Jacques Zoua, den muskuläre Probleme plagen, werde es allerdings „wahrscheinlich nichts“. Kacper Przybylko war unter der Woche erkrankt, „da sieht es aber wieder besser aus.“

Vorne wird sich in der Startformation also aller Voraussicht nach was ändern.  Fällt außer Zoua auch „Pritsche“ aus, stünden im Sturmzentrum Osayamen Osawe oder Robert Glatzel zur Disposition. Da Osawes Auftritte zuletzt wenig überzeugend waren, könnte der erste Startelf-Einsatz des 23-Jährigen Ex-Münchners anstehen. Der 1,93 Meter große Glatzel könnte zudem auch im Defensivkopfball gegen die im Luftraum starken Dresdner behilflich sein – die „gewisse Körperlichkeit“ einbringen, die der Trainer fordert, „um in Dresden zu bestehen“.

WER SPIELT NEBEN KERK AUF DEM FLÜGEL? STIEBER ODER WER?

Ohne Przybylko wäre freilich auch zu klären, wer den anderen Flügeloffensiven neben Sebastian Kerk geben soll. Erster Nachrücker dürfte Zoltan Stieber sein. Allerdings könnte auch Max Dittgen zu seinem ersten Startelfeinsatz kommen. Oder Marcel Gaus von der Linksverteidiger nach vorne rücken und für Naser Aliji Platz machen. Oder Koch übernimmt die Linksverteidiger-Position. Hat er in der U23 und in Testspielen bei den Profis schön öfter gemacht.

Allerdings hat sich Meier bislang noch nicht als Freund großer Rochaden geoutet. Insofern bleibt Stieber die wahrscheinlichste Lösung.

Seit dem 1:0-Auswärtssieg in Fürth im Oktober hat der FCK in der Fremde nur drei Tore erzielt und ebenso oft Unentschieden gespielt. Drei Spiele gingen verloren, zwei davon allerdings bei den Topfavoriten Hannover und Stuttgart. „Da kann man verlieren“, findet der Trainer und merkt an, dass ihn solche Bilanzen im übrigen nicht interessieren.

„IN STUTTGART WAR DIE PASSFORM IN DER ERSTEN HÄLFTE RICHTIG GUT“

Das Spiel in Stuttgart hat das Trainerteam mittlerweile eingehend analysiert – und festgestellt, dass neben der gewissen Körperlichkeit oft auch der „richtige Pass im richtigen Moment“ gefehlt habe. Ansonsten sei im Schwabenland „die Passform in der ersten Halbzeit richtig gut“ gewesen, „obwohl gar nicht alle ihr absolutes Leistungsvermögen erreicht haben. Die Mannschaft hat als solche in der ersten Halbzeit gut funktioniert, dem Gegner wenig gestattet. Leider hatte sie in der zweiten Halbzeit zwei, drei Dinger drin, die zu Toren geführt und wir das Spiel verloren haben.“

Äußerungen, die darauf schließen lassen, dass Meier grundsätzlich zum zweiten Auswärtsspiel in Folge eher wenig ändern würde, wenn er könnte. Und wohl auch die taktische Ausrichtung beibehält. Gegen einen den Ball zirkulieren lassenden Gegner auf die Möglichkeit zum Dazwischen-Funken warten und dann blitzschnell nach vorne stoßen – so hat in der Runjaic-Ära so manches Team am Betzenberg gepunktet.

WEITER WARTEN AUF MUJDZA: „WENN ER GESUND WÄRE, WÄRE ER NOCH NICHT FIT“

Das setzt allerdings auch präzises Umschaltspiel aus der Mittelfeldzentrale voraus. Womit einmal mehr Christoph Moritz in der Pflicht wäre. Und sein Nebenmann Marlon Frey. Für den auch Patrick Ziegler wieder in die Mannschaft rücken könnte. Die spielerischen Schwächen auf der Sechs hat bislang keiner der beiden nachhaltig beheben können.

Weiterhin nicht zur Verfügung stehen Lukas Görtler, der aber eifrig dabei ist, sich wieder heranzuarbeiten, und Mensur Mujdza, über dessen ersten Einsatz im FCK-Dress Meier „nur orakeln“ könnte. Der 32-jährige Verteidiger, in sieben Jahren beim SC Freiburg die Zuverlässigkeit in Person, wird einfach nicht gesund – „und wenn er endlich gesund wäre, wäre er noch lange nicht fit“, so der Trainer.

Bitter für den Bosnier: Sein Einjahresvertrag verlängert sich erst nach einer bestimmten Zahl von Einsätzen. Die kann er dem Vernehmen nach schon jetzt nicht mehr erreichen. Und mit Benjamin Kessel von Union Berlin gilt ein neuer Verteidiger beim FCK bereits als so gut wie verpflichtet.

 

 

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