Vorschaublog: Sieg oder Sünde auf der Alm? Eine Rechnung mit vielen Variablen

Auswärts beim Tabellenletzten. Muss man da gewinnen wollen, kann aber hinterher auch mit einem Punkt zufrieden sein dürfen, je nach Spielverlauf halt? Oder sollte man auch hinfahren können dürfen mit der Einstellung, ein Punkt tue es doch auch, weil so der Abstand zum Klassenarsch gewahrt bleibt? Oder darf man niemals nie nicht mit einem Punkt zufrieden sein dürfen, weder vorher noch hinterher, weil so eine Einstellung muss man nun einmal haben sollen als Profi? Ist schon faszinierend, zu welch tiefgründigen Betrachtungen so eine Pressekonferenz vor einem Pflichtspiel des 1. FC Kaiserslautern Anlass bietet. Karl Valentin hätte seine Freude daran gehabt. Andererseits: So richtige Hard Facts gibt’s vor dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld (18.30 Uhr) wieder nicht zu notieren. Selbst Startelf-Spekulationen gestalten sich nach dem Input von Coach Norbert Meier kompliziert, da gleich hinter vier Kandidaten Fragezeichen stehen.

Der Trainer kann da ja nichts für. Er weiß halt noch nicht, ob Ewerton, Moritz, Przybylko und Stieber eingesetzt werden können. Immerhin ist „Pritsche“ persönlich anwesend und erklärt, dass er versuche, fit zu werden. Er habe wieder Schmerzen beim Auftreten mit dem Mittelfuß, übrigens seit einem Jahr schon. Klingt gar nicht gut.

Sorgen bereitet auch die Krankenakte Stieber. Nach Auskunft des Trainers ist er erkältet, hat aber auch Probleme mit irgendwelchen „Frühblühern“. Wir notieren: Stieber reagiert auf bestimmte Pollen allergisch, und zwar mit einer Erkältung. Da Fußballspielzeiten jedes Jahr in den Hoch-Zeiten des Pollenflugs, also zwischen März und Mai, in die entscheidende Phase gehen, gibt uns das sogar dauerhaft zu denken.

VON EINEM KANN MAN EINIGERMASSEN SICHER AUSGEHEN: GAUS KOMMT ZURÜCK

Ewerton und Moritz waren schon zuletzt gegen Heidenheim (1:1) verletzt ausgefallen, was dem FCK-Aufbauspiel in Abwehr und Mittelfeld gar nicht gut tat. Die beiden dürften auch in der Startelf werden, so ihnen nach dem Abschlusstraining grünes Licht erteilt wird. Bei Przybylko dagegen ist ein Platz auf der Bank wahrscheinlicher. Nach der Rückkehr von Marcel Gaus wird wohl dieser wieder gemeinsam mit Naser Aliji die linke Seite beackern, die beiden hatten beim jüngsten Auswärtsspiel in Dresden (3:3) schon gut funktioniert.

Stieber dagegen könnte als Startelf-Kandidat dann eine Rolle spielen, wenn Norbert Meier Daniel Halfar weiterhin aus einer zurückgezogenen Mittelfeldposition agieren lässt – wie in der zweiten Hälfte gegen Heidenheim, was nach dem äußerst bescheidenen ersten Durchgang für deutlich mehr Spielfluss sorgte. Doch wer wäre dann Halfars Nebenmann auf der Sechs? Da wiederum ist Moritz die unwahrscheinlichere Option, da Meier dem schmächtigen Halfar wohl eher einen robusteren Partner zur Seite stellt. Patrick Ziegler also. Oder Robin Koch, der das in Hälfte zwei des Heidenheim-Spiel ebenfalls richtig gut gemacht hatte.

Ob Koch allerdings in der Innenverteidigung abkömmlich ist, hängt wiederum davon ab, ob Ewerton spielen kann. Falls nicht, könnte Koch nur auf der Sechs bleiben, wenn Stipe Vucur den zweiten Innenverteidiger gibt, wie ebenfalls schon im jüngsten Heimspiel praktiziert. Was insofern denkbar ist, als dass der Ösi trotz aller Schwächen am Boden Lauterns bester Kopfallspieler ist und Bielefeld vorne mit Fabian Klos einen Spezialisten im Luftraum aufbietet.

PLANSPIELE GIBT’S VIELE – GLATZEL ODER ZOUA?

Man sieht: Planspiele können wir wegen der vielen Variablen jede Menge anstellen. Beispielsweise gäbe es noch die Möglichkeit, auf ein 4-4-2 umzustellen, um dem schnellen Osayamen Osawe wieder die Möglichkeit zu geben, sich als zweite Spitze in Szene zu setzen, denn als Flügelspieler sah er zuletzt nicht wirklich gut aus… Aber lassen wir das.

Ganz vorne fällt die Entscheidung zwischen Robert Glatzel und Jaques Zoua. Zoua sei schon gegen Heidenheim wieder hundertprozentig fit gewesen, aber nach Glatzels beiden Treffern in Dresden habe er diesem den Vorzug gegeben, erklärt Meier. Wer morgen die Nase vorn hat? Abwarten.

ECHT WAHR: NACH HOCHSPANNENDEN ZEITEN ZÄHLT NUR NOCH DER FCK

Ach ja, und dann ist ja auch dieses Spiel wieder einmal eine „Reise in die Vergangenheit“. Für Nobert Meier, der von 2014 bis 2016 Arminia-Trainer war. Und nach seiner Amtsübernahme fast noch den Klassenerhalt in der Zweiten Liga schaffte, nach dem unglücklichen Abstieg innerhalb von drei Wochen eine neue Mannschaft „zementiert“, mit dieser einen souveränen Durchmarsch in Liga drei hinlegte, den Verein in der Saison darauf ebenso souverän in Liga zwei hielt und es mit ihm sogar ins Halbfinale des DFB-Pokals schaffte, ehe er nach Darmstadt ging. „Es waren hochspannende Zeiten“, erinnert sich Meier.

Jetzt ist Bielefeld Tabellenletzter, weil „in diesem Jahr Dinge in anderen Bahnen laufen, aber das müssen andere beantworten.“ Irgendwo hinfahren, um jemanden einen „Knockout“ zu verpassen, sei noch nie seine Art gewesen. „Es geht jetzt allein um drei Punkte für den 1.FC Kaiserslautern und sonst nichts.“ Ehrlich gesagt: Das hatten wir schon notiert, noch ehe er es ausgesprochen hatte.

Dass Bielefeld am Freitag alles daran setzen müsse, „den Bock umzustoßen“, sei klar. „Wir müssen versuchen, die Bielefelder nicht sicher zu machen.“ Und irgendwann sagt  Meier es doch noch: „Wir fahren nach Bielefeld, um zu gewinnen.“ Super.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung hat Pressesprecher Stefan Roßkopf mitgeteilt, dass mindestens 815 Fans die Mannschaft nach Ostwestfalen begleiten. Also doch noch ein Hard Fact. Alles bestens also.

 

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