Extrablog: Der Unterschied zu Glatzel? „Ich wollte damals nicht weg“ – Interview mit Hendrick Zuck

Er kam aus der Zweiten Mannschaft, nutzte seine Chance in der Ersten bravourös, und als sich alle freuten, wieder einen aus der U23 beim FCK durchstarten zu sehen, verließ er den Verein auch schon wieder. Nein, hier ist nicht von Robert Glatzel die Rede. Sicher erinnert sich der FCK-Anhang noch an den 22-jährigen, der im ersten Zweitligaspiel der Saison 2012/13 sein Debüt bei den Profis gab und direkt sein erstes Tor erzielte. Noch drei weitere Male sollte er bis Dezember treffen, drei Torvorlagen liefern und überhaupt eine glänzende Vorrunde spielen, um dann, am 31. Januar 2013, an den SC Freiburg verkauft zu werden. Glücklich wurde er dort nicht, weshalb es zwischen ihm Coach Christian Streich nicht funkte, ist dem Spieler ein Rätsel geblieben. Streichs medial überlieferte Äußerung auf eine Frage zur Person Hendrick Zucks lässt darauf schließen, dass ihm die Einstellung des gebürtigen Saarländers nicht immer gefiel. Torsten Lieberknecht von der Braunschweiger Eintracht dagegen, zu der der Flügelspieler 2014 wechselte, hat damit offenbar keine Probleme. Hendrick Zuck spielt nun seine dritte Saison in Niedersachsen. Am Sonntag kehrt der jetzt 26-jährige für ein Gastspiel (13.30 Uhr) nach Kaiserslautern zurück. Mit dem Blogwart sprach er über die aktuelle sportliche Situation, Erinnerungen und einen mehr oder weniger passenden Vergleich.

Hendrick, die Braunschweiger sind jetzt sechs Spielen ungeschlagen. Und seit sechs Spielen stehst du wieder ununterbrochen in der Startelf. Ist dir das auch schon aufgefallen?

Ja, mir ist das auch schon aufgefallen… (lacht).

Hast du auf dieses Phänomen auch schon mal im Mannschaftskreis aufmerksam gemacht?

Nein. Da reden wir nicht drüber. Wir sind froh, dass es wieder läuft, das ist die Hauptsache. Wir gewinnen und wir verlieren gemeinsam.

Ihr seid nach einem starken Saisonstart ein wenig ins Straucheln gekommen, aber nach der 1:2-Heimniederlage gegen St. Pauli am 5. Februar wieder im Tritt – und mittendrin im Aufstiegskampf. Der scheint in einen Vierkampf auszuarten…

Ich denke, auch Dresden ist noch nicht aus dem Rennen, es ist also eher ein Fünfkampf. Und sehr eng. Es stehen noch neun Spiele an, da sind noch jede Menge Punkte zu vergeben. Wir müssen versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Am Ende werden wir sehen, ob es reicht.

Wo liegen im Duell mit Stuttgart, Berlin und Hannover Eure Vorteile?

Wir sind ein Team. Jeder läuft und ackert für den anderen. Und wir geben nie auf. In Düsseldorf und gegen Heidenheim lagen wir zuletzt zurück, gegen Heidenheim sogar zwei Mal, und beide Spiele haben wir noch gedreht. Das zeigt die Moral unserer Mannschaft.

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2013/2014 war Braunschweig zwei Saisons lang ein Stück weg von Aufstiegsplätzen, jetzt ist die Mannschaft wieder nah dran, die sportliche Leitung ist immer noch die gleiche. Man hat als externer Beobachter den Eindruck, die können es sich erlauben, sich auch einmal Zeit zu nehmen für die Entwicklung einer Mannschaft. Habt Ihr als Spieler auch dieses Gefühl?

Absolut, wobei wir aber auch in den vergangenen beiden Spielzeiten zwischendurch immer mal im Dunstkreis der Auftsiegsplätze waren. Bei uns herrscht Ruhe im Umfeld, wir Spieler können in Ruhe an uns arbeiten und uns weiterentwickeln. Das ist ein großes Plus gegenüber einigen anderen Vereinen.

Und die wichtigste Rolle dabei spielt der Trainer?

Natürlich. Das sieht man ja an mir. Ich hab in der Hinrunde kaum gespielt. Aber ich hab den Kopf nie in den Sand gesteckt, weil ich wusste, dass der Trainer weiß, was er an mir hat. Bei Torsten Lieberknecht hast du nie das Gefühl, dass du auf dem Abstellgleis bist, wenn du mal eine Zeit nicht spielst. Du darfst nie aufgeben, musst einfach weiterarbeiten und auf deine Chance warten.

Davor warst du beim SC Freiburg, der ja auch in dem Ruf steht, junge Spieler gut weiterzuentwickeln. Bei dir hat das irgendwie nicht geklappt. Woran lag’s?

Ich hab mich unmittelbar nach meinem Wechsel in Winterpause 2012/2013 erst einmal verletzt, danach war die Rückrunde für mich gelaufen. Im Sommer hab ich eine gute Vorbereitung gespielt, stand zum Saisonstart gegen Leverkusen in der Startelf, wir verloren 1:3. Am 9. Spieltag durfte ich nochmal 16 Minuten in Bremen ran, danach bekam ich keine Chance mehr. Weshalb, kann ich nicht sagen. Als ich keine Perspektive mehr sah, bin ich nach Braunschweig gewechselt.

In Lautern bis du im Sommer 2012/13 aus der U23 gekommen, hast eine phantastische Vorrunde gespielt – und bist dann im Winter plötzlich verkauft worden. Als externe Beobachter hatten wir den Eindruck, dass du den Platz für Christopher Drazan freimachen musstest, den Trainer Franco Foda anscheinend unbedingt wollte, dem der Durchbruch am Betzenberg aber nie gelingen sollte. Wie hast du das damals erlebt?

Es war keine einfache Situation. Ich möchte dazu aber eigentlich nichts mehr sagen. Außer, dass ich damals nicht wegwollte.

Mit Robert Glatzel verliert der FCK jetzt wieder einen Spieler, der aus der U23 kam und gerade erst den Durchbruch geschafft hat. Siehst du da Parallelen?

Glatzel geht? Hab ich noch gar nicht mitbekommen. Wo geht er denn hin?

Wissen wir noch nicht. Er hat bislang lediglich mitgeteilt, dass er das neue Vertragsangebot des FCK nicht annehmen werde. Laut „kicker“ ist außer Heidenheim und Fürth auch dein aktueller Arbeitgeber im Gespräch…

Davon wusste ich bislang nichts. Aber wenn das so ist, kann man da vielleicht Vergleiche ziehen. Allerdings: Glatzels Vertrag läuft im Sommer aus, und wenn er ihn nicht verlängern wollte, scheint bei ihm der Wunsch nach einem Wechsel vorhanden zu sein. So etwas ist aus der Entfernung aber nur schwer zu beurteilen.

Jetzt geht’s für dich wieder einmal nach Kaiserslautern. Wirst du die Gelegenheit auch nutzen, mal zuhause in Püttlingen vorbeizuschauen?

Meine Familie und ein paar Freunde werden am Sonntag im Stadion sein, aber für einen Heimatbesuch anschließend habe ich keine Zeit. Wir sind viel unterwegs zur Zeit, müssen nächsten Mittwoch schon wieder in Fürth ran.

Gibt es am Betzenberg noch ein paar Gesichter, auf die du dich freust?

Den Zeugwart und Roger Lutz. Natürlich freue ich mich darauf, sie wiederzusehen. Aber das sind auch schon die einzigen, die ich noch kenne. In der Beziehung ist Lautern für mich mittlerweile eine ganz normale Dienstreise.

Wo müsst Ihr Euch noch verbessern, wenn es mit dem Aufstieg noch klappen soll?

Wir müssen vor allem zu Beginn des Spiels hellwach sein. Den Start haben wir zuletzt verschlafen, haben frühe Gegentore bekommen. Das müssen wir abstellen. Ansonsten schauen wir von Spiel zu Spiel und wollen sie bestmöglich bestreiten.

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