Vorschaublog: Im Endspurt muss Platz 7 her, sonst droht ein weiterer Millionenverlust bei den TV-Geldern

Fünf Punkte Abstand zum Relegationsrang 16, zwei Punkte zu Tabellenrang 7 – das ist der Stand der Dinge für den aktuellen Tabellenzwölften 1. FC Kaiserslautern vor der Partie am morgigen Freitag gegen den FC. St. Pauli (18.30 Uhr) und den beiden finalen Begegnungen in Aue und zuhause gegen Nürnberg. Wer nach den sorgenvollen  jüngsten Wochen jetzt schon wieder nach oben blickt und vom noch Machbaren das Optimale fordert – leidet der schon wieder an der berühmten „überzogenen Erwartungshaltung“? Nö. Wer von der Mannschaft verlangt, mit aller Kraft um den durchaus noch möglichen Fünf-Plätze-Sprung zu kämpfen, denkt lediglich an die Zukunft seines Herzensvereins – und daran, dass die finanzielle Kluft zur Zweitligaspitze nicht noch größer werden darf. Es geht darum, in diesen drei Spielen nicht noch einen zweiten Platz im Fünf-Jahres-Ranking der berühmten Fensehgeld-Tabelle zu verlieren. Um einen abgesackt ist der FCK nämlich bereits – und schon der ist millionenschwer.

MAL HERGESCHAUT: DIE BERÜHMTE FÜNFJAHRESTABELLE

Jeder hat schon von ihr gehört, gesehen haben sie schon wesentlich weniger, wie sie eigentlich funktioniert, wissen die wenigsten. Schauen wir uns diese ominöse Fünf-Jahre-Tabelle halt einfach mal an. fussball-geld.de ist so freundlich, sie abzubilden:

Fernsehgelder-2.-Bundesliga-2016-2017.jpg

Der Stand der Dinge vor der Saison 2016/17. Die Basisrechnung ist einfach: Die 36 Mannschaften der ersten beiden Ligen erhalten jedes Jahr Punkte gemäß ihrer sportlichen Tabellenplatzierung. Der Deutsche Meister erhält demnach 36 Punkte, der Tabellenletzte der Zweiten Liga einen. Diese Punkte werden mit Zahlen zwischen fünf und eins multipliziert. Der aktuell abgeschlossene Tabellenplatz wird mal fünf genommen, der vor fünf Jahren mal eins. Das alles wird zusammengerechnet – und schon ist das Fünf-Jahres-Ranking fertig.

RANG 10 MUSS SEIN, UM SICH VOR FÜRTH ZU HALTEN

Der 1. FC Kaiserslautern ist in dieser Tabelle aktuell Fünfter mit 204 Punkten, im Nacken sitzen ihm Union Berlin und Greuther Fürth mit 176 und 174 Punkten. Nächste Saison fällt die Spielzeit 2011/12 heraus, die für den FCK noch 19 Punkte vom 18. Tabellenplatz seiner letzten Erstligasaison bereithielt.

Die nun zu buchenden vier Jahre bringen 129 Punkte. Ein 7. Platz heuer würde zusätzlich 5 mal 12, also 60 Punkte bescheren. Macht 189 Punkte. Ein 15. Platz dagegen brächte lediglich 5 mal 4, also nur 20 weitere und 149 Punkte insgesamt. Über eine schlechtere Platzierung, wenngleich immer noch denkbar, wollen wir hier gar nicht mehr reden.

Behält Fürth seinen gegenwärtigen 6. Rang, kämen zu den feststehenden 106 Punkten nochmal 65 dazu, insgesamt wären das also 171 Punkte. Union Berlin wird sich nicht mehr schlechter als Rang 4 platzieren, kommt also in jedem Fall auf mindestens 193 Punkte und liegt somit bereits uneinholbar vor dem FCK.

Um sich wenigstens vor Fürth zu halten, muss also mindestens Rang 10 her. Der 7. wäre allerdings immens wichtig, um Berlin und Braunschweig wenigstens auf einer Distanz zu halten, die vielleicht innerhalb von zwei, drei Jahren wieder überbrückt werden kann. Denn auch die Eintracht  wird diese Saison mindestens 75 Punkte einfahren.

NEUER GELD-VERTEILUNGSSCHLÜSSEL DÜRFTE SICH NICHT SOO SEHR AUSWIRKEN

Auszurechnen, wie sich das geldlich exakt auswirkt, ist allerdings ungleich komplizierter,  darum kümmern wir uns ein andermal. Zumal ab der nächsten Saison auch noch Nachwuchsarbeit und Nachhaltigkeit – sprich: Erfolge in den vergangenen 20 Jahren – der einzelnen Klubs in Zahlen ausgedrückt und eingerechnet werden. Da springt für den FCK zwar auch von dem Titelgewinn vor 19 Jahren noch was raus, das aber wird sich in Grenzen halten – die genannten Kriterien werden sich im Verteilungsschlüssel gerade mal mit Anteilen von zwei und fünf Prozent niederschlagen.

Was bereits in der aktuellen Tabelle zu ersehen ist: Der maue zehnte Platz der Vorsaison, durch den Braunschweig in der Fünf-Jahreswertung am FCK vorbeizog, hat die Roten Teufel eine runde Million Euro gekostet. Der Verlust wird im nächsten Jahr kaum geringer werden, wenn gleich zwei Plätze verloren gehen.

Trainer Norbert Meier ist also dringend angehalten, seinen Jungs zum Liga-Endspurt  ordentlich Dampf zu machen. An mangelnder Unterstützung wird es jedenfalls nicht liegen. Fürs St. Pauli-Spiel sind bereits 29.000 Tickets verkauft, erwartet werden 35.000 Zuschauer – das ist doch schon mal geil.

DAUERBRENNER MWENE: IMMER NOCH KEINE FÜNFTE GELBE KARTE

Von Seiten des Trainers gibt es vorm Spiel nicht zu verkünden. Ausfälle sind nach dem Derbysieg gegen den Karlsruher SC nicht zu beklagen, Norbert Meier kann also aus dem Vollen schöpfen, ansonsten gelte: „Das Spiel mit Leidenschaft füllen, reinfighten, annehmen.“

Und, ach so: Philipp Mwene hatte bereits am 5. November 2016 gegen Union Berlin seine vierte Gelbe Karte gesehen, seither hat er die fünfte, die ein Spiel Sperre nach sich zieht, erfolgreich vermieden. „Angehalten, sich zurückzuhalten, wird er von mir aber nicht“, stellt Meier klar. „Wenn’s passiert, passiert’s halt, und dann muss ein anderer ran.“

Was freilich schon ein wenig spannend wäre, denn wegen Mensur Mujdzas Dauerausfall hat der FCK schon seit Saisonbeginn keine „gelernte“ Alternative auf der Rechtverteidiger-Position. Mwene hat daher bislang jede Pflichtspielminute des Saison absolviert, das kann außer ihm in der Liga nur noch der Auer Steve Breitkreuz von sich behaupten – umso besser, dass Mwene sich dabei auch noch prächtig entwickelt hat.

Sollte er tatsächlich diese Saison nochmal ausfallen, käme es eventuell zum Zweitligadebüt von Florian Pick, eines Eigengewächses, das von Meier zwischenzeitlich – und möglicher Weise vorsorglich – vom rechten offensiven zum defensiven Flügelspieler umgeschult wurde. Der talentierte 21-jährige war schon zum FC Schalke 04 abgewandert, zu Saisonbeginn aber zur Lautrer U23 zurückgekehrt.

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