Extrablog: Meistertitel von 98 beschert FCK zwei Millionen extra aus dem TV-Topf – insgesamt 11.106.000 Euro

Na also – es gibt ja doch noch gute Nachrichten über den 1. FC Kaiserslautern, auch wenn sie noch nicht offiziell bestätigt sind. Trotz dreier verlorener Plätze im TV-Gelder-Ranking wird der FCK für die Saison 2017/2018 insgesamt 11.106.000 Euro aus diesem Topf fischen dürfen. Das ergeben die Berechnungen der privaten Fußballseite fernsehgelder.de . Dies sind 1.605.400 Euro mehr als im Vorjahr (2016/17:  9.500.600 Euro.)

Möglich macht dies zum einen die generelle Erhöhung der nationalen TV-Gelder, die ab der kommenden Saison greift – bis einschließlich der Saison 2020/21 werden 4,64 Milliarden Euro aus dem Topf an die 36 Vereine der Ersten und der Zweiten Liga ausgeschüttet. In der kommenden Saison wird von diesem Gesamtbetrag eine Milliarde fällig.

MEISTERTITEL VON 98 WIRD 2017 ZUM „ARSCHRETTER“ DES SAISONETATS

Zum anderen wurde die Ausschüttung neu gestaffelt. Ausschlaggebend ist nicht mehr allein die Fünf-Jahres-Tabelle, die das sportliche Abschneiden der Klubs in diesem Zeitraum berücksichtigt, die einzelnen Spielzeiten allerdings abnehmend gewichtet – sie macht allerdings immer noch 70 Prozent des Gesamtwertung aus. Ebenso einbezogen werden nun drei weitere Faktoren: „Nachhaltigkeit (5 Prozent)“, „Nachwuchsförderung (2 Prozent)“ und „Wettbewerb“ (23 Prozent)“.

Insbesondere die „Nachhaltigkeit“ wirkt sich beim FCK positiv aus: mit exakt zwei Millionen Euro. Selbst ein gewisser FC Bayern München schöpft aus diesem Pott nur drei Millionen. Die Säule betrachtet die vergangenen 20 Jahre und soll laut DFL den „langfristigen Beitrag des Clubs zur Entwicklung der Bundesliga und Zweiten Liga honorieren.“ Der FCK nimmt in diesem Ranking einen stolzen elften Rang ein. Allerdings: Von den insgesamt 532 Punkten, die da für ihn zu Buche stehen, stammen 91 aus der Meisterschaftssaison 1997/1998. Die werden nächste Saison wegfallen, so dass auch da ein tiefer Tabellensturz droht.

Mit anderen Worten: Dank des Meistertitels von 98 wird Finanzvorstand Michael Klatt für die nächste Spielzeit vielleicht doch einen Etat aufstellen können, der in etwa dem des vergangenen Jahres gleicht. Im Vorjahr gab es da allerdings auch noch einen Drei-Millionen-Kredit und ein Plus an Transfereinnahmen – das soll heuer wohl mit einem Verkauf von Julian Pollersbeck erzielt werden. Ohne die Neuregelung indes hätte es mau ausgesehen, angesichts der drei verlorenen TV-Plätze.

FÜNF-JAHRES-RANKING ALLEIN HÄTTE SICH FATAL AUSGEWIRKT

Aus dem Fünf-Jahres-Ranking, in dem Lautern jetzt nur noch auf Rang 26 steht, ergeben sich nämlich nur noch 7.910.000 Euro. Union Berlin, das jetzt auf dem 23. Tabellenplatz steht, den der FCK noch im Vorjahr innehatte, nimmt 9.380.000 Euro aus diesem Topf ein, also 1.470.000 Euro mehr.

Es ist also mal wieder eine Frage der persönlichen Einstellung des gemeinen FCK-Fans, ob er sich nun über diesen Verlust ärgern will, den das maue sportliche Abschneiden dieser Saison beschert hat, oder ob er sich über die 1,6 Millionen Euro mehr freut, zu denen die aktuelle Mannschaft im Grunde nicht viel beigetragen hat. 1,6 Millionen PLUS 1.470.000 Euro wären jedenfalls noch erfreulicher.

Die Säule „Wettbewerb“ zeitigt für den FCK dagegen keine besondere Effekte. Sie berücksichtigt laut die „Attraktivität in den unterschiedlichen Tabellenregionen“, das Ranking sieht freilich nicht viel anders als das der Fünf-Jahres-Tabelle, es wirkt sich wohl allenfalls bei Vereinen aus, die in den vergangenen Jahren Ehrenrunden in der Dritten Liga drehten. Doch wie sagte ein dicker Bundeskanzler einmal: „Wichtig ist, was hinten rauskommt.“ Und das sieht so aus, dass der FCK  aus diesem Topf 1.196.000 Euro einstreicht, Union Berlin hingegen 1.955.000 Euro, das sind also nochmal 759.000 Differenz. Was hätte der FCK gutmachen können, hätte er seinen Platz im Ranking einfach nur gehalten…

VIELLEICHT GIBT’S NOCH EIN PAAR EURONEN FÜR NACHWUCHSFÖRDERUNG

Nicht berücksichtigt ist in den Berechnungen von fernsehgelder.de die Säule „Nachwuchsförderung“ – nach eigener Darstellung, weil sie angesichts des geringen Anteils von zwei Prozent am Gesamtbudget zu vernachlässigen ist. Tatsächlich dürfte dahinter einfach zu viel Knoddelarbeit stecken, die der FCK-Blogwart ebensowenig zu leisten vermag. Die DFL-Pressemitteilung dazu animiert auch nicht gerade zum Nachrechnen:

„Die Verteilung erfolgt proportional zu den Einsatzminuten in Deutschland verbandsausgebildeter U23-Spielerin der aktuellen Saison. Berücksichtigung finden alle Spiele einschließlich der Saison des 23. Lebensjahres (exklusive Relegation und Nachspielzeiten). Ausländische Spieler müssen vor Vollendung des 18. Lebensjahres bei einem im Bereich des DFB befindlichen Club registriert sein.“

Selbst abgesehen davon, dass es sich bei „Spielerin“ vermutlich um einen Flüchtigkeitsfehler handelt: Wer daraus schlau wird, kann sich gerne hinsetzen und rechnen. Der FCK hat jüngst durchaus ein paar Spieler im U23-Alter eingesetzt. Ein paar Euronen zusätzlich aus diesem Topf sind also drin.

KLEINERE ABWEICHUNGEN SIND NOCH DRIN

Zuguterletzt soll noch einmal betont werden, dass es sich bei fernsehgelder.de um einen privaten Internet-Auftritt handelt, ebenso wie fussball-geld.de , die der FCK-Blogwart unlängst für seine Berechnung heranzog. Offiziell sind die Zahlen erst, wenn die DFL sie bestätigt hat. Große Abweichungen sind allerdings nicht zu erwarten.

Die beiden Seiten sind sehr sorgfältig und gewissenhaft ausgearbeitet, ein paar Abweichungen fallen dennoch auf. So ist der FC St. Pauli im Fünf-Jahres-Ranking von fernsehgelder.de am FCK vorbeigezogen, aus den Berechnungen anhand der Tabelle von fussball-geld.de  ergibt sich dies jedoch nicht, da hat neben Berlin nur Fürth Lautern nun überflügelt. Wie es aussieht, hat fernsehgelder.de Recht. Leider.

Auf fussball-geld.de kommt man beim Nachrechnen auf 159 Punkte für den FCK, fernsehgelder.de weist indes 157 Punkte aus. Der Fehler: In der Saison 2013/14 wurde Lautern Vierter, nicht Dritter, daher müssen für dieses 30 Punkte statt 32 veranschlagt werden. Für St. Pauli lassen sich bei fussball-geld.de 155 Punkte errechnen, fernsehgelder.de kommt auf 163 Punkte – und hat abermals Recht: St. Pauli wurde in der Saison 2013/14 Achter, also müssen 22 Punkte für diese Saison veranschlagt werden und keine 14, wie es fussball-geld.de tut.

Doch auch hier bleibt letzten Endes nur, ein weiteres Mal den dicken Kanzler zu zitieren. Unterm Strich fließen aus den nationalen Töpfen 1.605.400 Euro mehr als im Vorjahr. Geben wir uns also mal ein wenig Mühe und lächeln. Wenn auch süßsauer.

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