Extrablog: Standbein TV-Geld – Was den FCK in der Dritten Liga erwartet

Es mag ärgerlich für den Stadionbesucher sein, der sich zunehmend schlechter behandelt fühlt, ist aber längst nicht mehr zu ändern: Profi-Klubs der Ersten und Zweiten Liga schöpfen aus ihren TV-Verträgen mehr Geld als von den zahlenden Zuschauern vor Ort. Mit einem Abstieg in die Dritte Liga ändert sich dies jedoch. Für den 1. FC Kaiserslautern würden sich die Einnahmen aus TV-Übertragungen sich auf rund ein Sechstel der aktuellen Beträge reduzieren. Wie das genau ausschaut? Wir haben uns mal DFB erkundigt, da in Liga drei er – und nicht mehr die DFL – für die TV-Vermarktung zuständig ist.

Die gute Nachricht zuerst: In der Saison 2018/19 werden die Vereine der Dritten Liga soviel TV-Geld wie noch nie kassieren. „Zum ersten Mal wird über eine Million Euro pro Verein ausgeschüttet“, erklärt DFB-Mediensprecher Jochen Breideband auf Anfrage. Dabei erhalten alle Klubs den gleichen Betrag. Komplizierte Rankings, Staffelungen und unterschiedlich gewichtete „Säulen“ wie in den von der DFL vermarkteten Ligen gibt es in dieser Klasse nicht. Ausgenommen sind U23-Teams von Erst- und Zweitligisten. Sie partizipieren nicht an TV-Geldern, sondern lediglich an weiteren Einnahmen aus der zentralen Vermarktung, die etwa der Sponsor „bwin“ beschert.

Mit der DFL und ihren Fünf-Jahresrankings hätte der FCK im Falle des Abstiegs gar nichts mehr zu tun. Aus deren Topf gäbe es lediglich noch mal 500.000 Euro für den Fall, dass der Verein sein Nachwuchsleitsungszentrum aufrecht erhält. Wovon jedoch unbedingt auszugehen ist.

Und was haben die Fans zu erwarten, die den Weg ihres Vereins auch in der Dritten Liga vor der Glotze weiterverfolgen möchten?

Hier gibts ebenfalls erst einmal eine gute Nachricht zu vermelden: Die Wahrscheinlichkeit, den FCK ziemlich oft „live“ im Free-TV zu sehen, ist sehr hoch. In der Vorrunde 2017/18 haben die Dritten Programme der öffentlich-rechtlichen Sender von 200 Partien der Dritten Liga stolze 55 live übertragen. Hansa Rostock etwa war schon neun Mal in voller Länge zu sehen, Lauterns prominentester Mitbewerber im Sendegebiet des SWR, der Karlsruher SC, wurde schon sieben Mal gezeigt.

Zugriff auf sämtliche Live-Spiele der Dritten Liga ist allerdings nur über die Deutsche Telekom möglich, kostet im Jahres-Abo 9,95 Euro im Monat. Wer bereits „Entertain“ oder Mobilfunk-Kunde des Anbieters ist, kann das Angebot unter Umständen kostenlos oder für 4,95 Euro im Monat wahrnehmen.

Dass sich an diesem hohen Übertragungsanteil der öffentlich-rechtlichen Anstalten in der kommenden Saison etwas ändert, ist Jochen Breideband zufolge gegenwärtig nicht abzusehen. Für die Vereine, die öfter live in den Dritten gezeigt werden als andere, gibt es allerdings keinen Zuschlag.

Und was verliert der FCK an TV-Geldern, wenn er aus der Zweiten Liga absteigt?

Dies wiederum lässt sich gegenwärtig nur mit Hilfe von Hochrechnungen der Internetseite fernsehgelder.de schätzen.

Schafft er es, über Relegationsrang 16 in der Klasse zu bleiben, käme Lautern im Fünf-Jahres-Ranking der DFL gerade mal auf 111 Punkte. Weniger, als Sandhausen, Bochum und Heidenheim nach Abschluss dieser Saison auf dem Konto hätten, sofern diese Klubs ihre gegenwärtigen Platzierungen halten.

Womit ein weiterer empfindlicher Sturz in der TV-Geldtabelle droht.

Allerdings: Mit Greuther Fürth und Darmstadt 98 kämpfen auch zwei Vereine, die gegenwärtig vor dem FCK stehen, ums Überleben in Liga zwei. Erwischt es diese beiden statt den Lautrern, wäre für diese ein 27. Rang im so genannten „Bestands“-Ranking drin. Für diesen werden kommende Saison rund 7,6 Millionen Euro ausgeschüttet. Hinzu kämen mehr als 1,5 Millionen Euro aus der Säule „Wettbewerb“, die Platzierungen in den vergangenen fünf Jahren innerhalb einer Liga berücksichtigt.

Aus der Säule „Nachhaltigkeit“, die die Abschlusstabellen der vergangenen 20 Jahren heranzieht, hatte der FCK in der vergangenen Saison stolze zwei Millionen Euro eingesackt. Von den 532 Punkten, die da für ihn zu Buche schlugen, fallen allerdings in der nächsten Spielzeit 91 Weg, da sie aus der Meisterschaftssaison 1997/98 resultierten. In der aktuellen Hochrechnung von fernsehgelder.de, die den FCK als aktuellen Tabellen-18. der Zweiten Liga nicht berücksichtigt, kämen die Lautrer dann auf ungefähr so viele Punkte wie der 1. FC Köln, und für den sind rund 1,6 Millionen Euro vorgesehen.

Summa summarum ergibt sich aus dieser Rechnung also:

Selbst wenn der FCK nur denkbar knapp den Ligaverbleib schafft, könnte er wieder über 10 Millionen Euro aus dem TV-Topf schöpfen. Das ist locker das Sechsfache von dem, was bei einem Sturz in die Dritte Liga droht. Es lohnt sich also, drin zu bleiben. In jedem Fall.

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