Extrablog: Die U19 im Pokalfinal-Check – „Wer den FC Bayern geschlagen hat, kann auch diesen Pokal holen“

Der 1. FC Kaiserslautern steht im Pokalfinale – in Berlin. Okay, nicht im Olympiastadion, sondern im Stadion auf dem Wurfplatz in der Friedrich-Friesen-Allee. Und es ist nicht die Erste Mannschaft, sondern die U19, die im ersten Endspiel um den DFB-Vereinspokal der Junioren am Samstag, 19. Mai,  um 11 Uhr (live bei Sport 1) auf den Nachwuchs des SC Freiburg trifft. Für den FCK ist dieses Spiel eine prima Gelegenheit, nach einer deprimierenden Saison einen weiteren Fingerzeig in eine bessere Zukunft zu richten. Und für den Anhang eine tolle Chance, vielleicht den ein oder anderen künftigen FCK-Profi kennenzulernen. Auf wen dürfen wir uns freuen? Wir haben Carsten Krick gebeten, uns die Jungs der U19 mal kurz vorzustellen. Krick ist Juniorentrainer beim FC Speyer und schaut sich den FCK-Nachwuchs öfter mal an, vor Ort oder im Video-Stream des DFB. Hier seine Eindrücke.

Lennart Grill: Das hat sich ja wohl schon rum gesprochen. Unser größtes Torwarttalent seit Kevin Trapp. Gute Strafraumbeherrschung, stark im Herauslaufen, viel Muskelmasse. Man wird allerdings sehen müssen, wie das bei ihm aussieht, wenn die körperlichen Vorteile, die er jetzt in der Jugend gegenüber seinen Gegnern noch ausspielen kann, bei den Erwachsenen nicht mehr so zum Tragen kommen. Die besten Voraussetzungen bringt er auf jeden Fall mit.

Luis Kersthold: Ist eine Miniatur-Ausgabe von Jean Zimmer, hat in der Runde drei Mal getroffen. Körperlich ist er allerdings längst noch nicht soweit, da weiß ich nicht, ob da noch was nach oben geht.

Ünal Altintas: Ein Junge, der mich unheimlich beeindruckt hat. Erinnert mich ein bisschen an Willi Orban. Ein Innenverteidiger, der auf den Ball lauert und im richtigen Moment zusticht. Marschiert noch, wenn andere bereits mit Krämpfen kämpfen. Und bringt viel südländische Mentalität mit ins Spiel, also Emotionen. Verstehe nicht, dass von ihm noch nicht zu lesen war, ob er ein Kandidat für die Erste ist. Für mich wär er einer, ganz klar.

Leon Hotopp: Er bildet zu seinem sehr agilen Nebenmann den ruhenden Pol in der Innenverteidigung. Macht seine Arbeit und fällt dabei nicht weiter auf.

Djibril Diallo: Das wäre der erste aus dieser Mannschaft, dem ich einen Profivertrag geben würde. Wendig, trickreich, schnell, Zug zum Tor – the next Philipp Mwene, allerdings Linksfuß. Eine Rakete. Bin mal gespannt, wo der in drei Jahren spielt.

Antonio Jonjic: Starker offensiver Flügelspieler mit direktem Zug zum Tor, hat im Südwest-Verbandspokal gegen den 1. FSV Mainz 05 den 3:2-Siegtreffer gemacht. Wenn er ausgewechselt wird, ist das sofort zu spüren, dann wird direkt das ganze Team schwächer. Der FCK sollte ihn mindestens für seiner U21 weiter halten. 

Paul Will: Tja, kein Wunder, dass uns Bayern München den weggeschnappt hat. Ich hab den schon vor Jahren auf der Sportverbandsschule in Edenkoben gesehen, da haben die Scouts ihn schon gejagt. Schon damals hieß es, er sei seinen Mitspielern zwei, drei Jahre voraus, körperlich, aber auch im Kopf. Er ist drahtig und robust, nicht der Schnellste, schirmt den Ball aber prima ab, ähnlich wie Hristov früher.

Anil Gözütok: Teilweise sehr gute Aktionen, hin und wieder auch ein toller  Sololauf, taucht aber über längere Strecken auch gerne mal ab. Spielt seine Rolle, ohne sich großartig in den Vordergrund zu drängen. 

Torben Müsel: Auch dessen Talent dürfte hinreichend bekannt sein, nicht umsonst verlieren wir ihn wohl an Borussia Mönchengladbach. Er ist körperlich einfach weiter als nahezu alle seiner Mit- und Gegenspieler, das macht ihn vor allem auf den ersten Metern schneller. Er kann einen Ball aus 30 Metern in der Luft mit der Brust abstoppen und abschirmen. Auch, wie er im Verbandspokalfinale das erste Tor gegen Mainz gemacht hat, war einfach klasse. In diesem Spiel hat ihn U19-Trainer Marco Laping übrigens zusammen mit Paul Will ins Mittelfeldzentrum gestellt, um dort seine körperlich stärksten Spieler zu konzentrieren. Das war ein kluger Schachzug – und zeigt, dass Müsel auch über taktische Intelligenz verfügt.

Jefrey Idehen: Ein Ackergaul, rennt und rennt und rennt, reibt sich für die Mannschaft auf, ist vorne aber nicht sehr effektiv. Wird immer mal mit Osawe verglichen, weil er so ähnlich aussieht und die gleiche Position spielt. Ist aber Quatsch. Idehen ist nicht langsam, aber er läuft niemandem weg.

Ebenfalls im Kader stehen dürften am Samstag Anas Bakhat,  Jannis Held, Kevin Klein, Sören Lippert, Nils Schätzle und Tuure Mäntynen. Von denen habe ich aber zu wenig gesehen, als dass ich mir ein Urteil erlauben möchte.

Und der SC Freiburg? Von denen habe ich auch nicht so viele Spiele gesehen. In der Tabelle stehen sie ja vor uns, von daher werden sie als Favorit gehandelt. Ich sehe das nicht so. Zuletzt sprach die Formkurve eher für den FCK – und wir haben auf dem Weg ins Finale alle Großen geschlagen, unter anderem den FC Bayern. Und wer das kann, kann auch diesen Pokal holen.

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