xG-Grafiken bestätigen: 67 Prozent Siegeswahrscheinlichkeit, Lautern gewann verdient

Wir haben es versprochen: In dieser Dritten Liga, in der kaum Zugriff auf analytischen Nerdkram zu erhalten ist, werden wir weiterhin Sander IJtsma motivieren, uns ein paar schöne Grafiken zu unserem 1. FC Kaiserslautern zu basteln. Und diese gegebenenfalls nachreichen, wenn es ein bisschen länger dauert. Hier also die Positions- und Passgrafiken zum 1:0-Sieg gegen den TSV 1860 München am vergangenen Samstag.

Wir erkennen eine in gemessenen Abständen geordnete 4-4-2 Formation, die eigentlich nicht erstaunen sollte. Doch aus der vergangenen Saison wissen wir, dass derart sauber geknüpfte Passnetzwerke beim FCK durchaus keine Selbstverständlichkeit waren. Vor allem auf der linken Seite hatten sich oft Knäuel gebildet. Capitano Dick markiert den dicksten Punkt, hatte demzufolge die meisten Ballkontakte, suchte meistens allerdings den risikofreisten Pass, auf den neben ihm postierten Innenverteidiger Kraus nämlich, wie die Dicke des Pfeils zeigt.

2018-07-28 Kaiserslautern Passing plot Kaiserslautern - 1860 Munchen.jpgAllerdings interagierte der Rechtsverteidiger öfter mit seinem Vordermann Hemlein, als es Sternberg und Zuck auf gegenüberliegenden Seite taten. Wie die grauschattierten Dreiecke verdeutlichen, waren Zuck, Spalvis und Biada in der Spitze gut unterwegs.

Wieso Sander IJtsma Biada den schönen Vornamen „Valentin“ verpasst hat, wissen wir nicht, ist aber auch unerheblich. Wichtiger ist, dass Biada an den meisten „expected Goals“ (xG’s) beteiligt war, das wiederum verrät der „Gold Star“, der in seinem Spot prangt. xG’s wiederum sind, wie wir ebenfalls noch aus der Vorsaison wissen, nicht simpel zusammenaddierte, sondern auch qualitativ bewertete Torchancen. 

Passlinien zwischen Spielern/Punkten verzeichnet 11tegen11 übrigens erst,  wenn zwischen diesen mindestens vier Pässe gespielt wurden. Daher freut uns besonders der Pfeil zwischen Albaek und Spalvis, auch wenn er nicht besonders dick ist. Er belegt, dass der Däne doch mehr das Vertikalspiel präferiert als sein Vorgänger als zentraler Taktgeber, Christoph Moritz, dessen Pfeile fast ausnahmslos auf die Außenbahnspieler führen. Allerdings markierte Laufwunder Moritz meist einen wesentlich dickeren Punkt, hatte also mehr Ballkontakte, da sollte/könnte bei Albaek noch mehr gehen. 

Interessant wäre es zu sehen, wie sich die Grafik nach der Einwechslung von Timmy Thiele änderte, der sich im Vergleich zu Biada weiter vorne auf dem Feld positionierte. Sander IJtsma erstellt seine Grafiken jedoch immer nur anhand der ersten 70 Minuten, eben, weil sie durch die anschließenden Auswechslungen zu sehr an Aussagekraft verlieren würden.

Zum Vergleich: die Positions- und Passgrafik der Sechziger. Wir erkennen die im Grunde gleiche Grundordnung, allerdings agierten die offensiven Flügelspieler weiter zurückgezogen. Was den ebenfalls recht beweglichen Spitzen Grimaldi und Mölders Gelegenheit bot, sich auf der ganzen Spielfeldbreite anzubieten.

2018-07-28 1860 Munchen Passing plot Kaiserslautern - 1860 Munchen.jpg

Und wer in der eventuell immer noch währenden Diskussion mit Freunden aus München eine ultimative Argumentationshilfe braucht, dass der FCK dieses Spiel unterm Strich „verdient“ gewonnen hat, dem sei hier noch die Aufrechnung der „expected Goals“ über 90 Minuten an die Hand gegeben. Da kommt „11tegen11“ zu einem Ergebnis von 1.77 : 0:47, die Siegeswahrscheinlichkeit betrug demnach 67 Prozent. In der vergangenen Saison waren FCK-Siege von der xG-Statistik nie so deutlich bestätigt worden.

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Ein Gedanke zu “xG-Grafiken bestätigen: 67 Prozent Siegeswahrscheinlichkeit, Lautern gewann verdient

  1. Ich finde es stark, dass du Sander „Valentin“ Ijtsma dazu bewegen konntest, den FCK auch in Liga 3 durch 11tegen11 zu begleiten! Vielen Dank euch beiden!

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