Die xG-Grafiken: Lautern stand kompakter, fütterte seine Stürmer besser und hätte gewinnen müssen

Was wir am Sonntag subjektiv wahrgenommen haben, bestätigt sich auch in den Auswertungen und Visualisierungen von „11tegen11“. Der 1. FCK Kaiserslautern stand beim 1:1 gegen den FSV Zwickau wesentlich kompakter als in den Spielen zuvor, setzte deutlich öfter seine beiden Spitzen in Szene und hätte eigentlich als verdienter Sieger vom Platz gehen müssen.

Die Positions- und Passgrafik markiert erwartungsgemäß Jan Löhmannsröben als fettesten Spot. Kein Wunder, da er sich praktisch bei jedem Ballbesitz in die letzte Linie fallen ließ und jeden Spielzug einleitete. In der Visualisierung erscheint seine Position ein wenig höher, da diese die durchschnittliche Position des Spielers auf dem Feld wiedergibt und „Löh“ sich nach dem ersten Pass regelmäßig nach vorne schob.

Erfreulich, wie viele Passlinien diesmal zu den beiden Stürmern führen, die auch prompt die Sternchen tragen, die anzeigen, wer am meisten an „expected Goals (xG)“-Aktionen beteiligt war.

Und: Die offensiven Flügelspieler präsentieren sich endlich ein Stück nach innen gerückt, in die Halbräume, in denen in den jüngsten Spielen zu wenig Präsenz war. Wie effektiv Zuck und Hemlein von da das gegnerische Spiel hemmten, geht aus dieser Grafik allerdings nicht hervor.

Einmal mehr zeigt sich der Einfallsreichtum unseres Freundes Sander IJtsma, was das Erfinden von Vornamen für FCK-Spieler angehen. Nachdem er Biada „Valentin“ getauft hat, nennt er Debütant Gottwald nun „Eberhard“ – geben wir’s zu, der Name passt einfach zu einem, den ein Niederländer als typische deutsche Eiche empfinden muss. Keine Ahnung, wo er das herhat. Das Zahlenmaterial, anhand dessen Sander seine Grafiken generiert, scheint auf jeden Fall valider zu sein.

Die xG-Timeline weist für Zwickau zwar eine Siegeswahrscheinlichkeit von 44 Prozent aus, was aber einzig und allein an Wachsmuths Elfer liegt, der allein einen Ausschlag nahe des 1er-Wertes provoziert, der einer „Hundertprozentigen“ entspricht. Ohne diese äußerst fragwürdige Entscheidung käme Zwickau gerade mal auf einen xG-Wert von 0.77.

Keinen Niederschlag finden zudem die strittigen Situationen, die ebenfalls zu Elfern führen konnten: Dicks leichte Handberührung und das Foul von Dominik Schad, kurz bevor es zu dem Eklat mit Löhmannsröben kam.

Größte Chance nach der, die Timmy Thiele in der 60. Minute erfolgreich abschloss, war Hemleins Drehschuss nach Biadas feinem Nadelpass in den Sechzehner in der 74. Minute.

Wie weit Schiri Markus Wollenweber wohl mit der Cornflakes-Zählung ist, die „Löh“ ihm angetragen hat? Auch dazu reichen wir gegebenenfalls noch eine Grafik nach.

Zum Schluss die Darstellung der „Zone 14“-Pässe: Auch in dem Geviert, aus dem die meisten Torszenen vorbereitet werden, war Lautern wesentlich produktiver als zuletzt. Fraglos ein Verdienst Biadas. Drei Anspiele in die Box, nur das auf Hemlein kam an. Ist nicht so, dass das nicht noch besser geht, aber im Vergleich zu dem, was der FCK bislang abgeliefert hat, eine echte Steigerung. So darf es gerne weitergehen.

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